Braucht Eiscreme eine eigene Identität? Speiseeis-Hersteller Froneri sagt nicht nur aus Geschmacksgründen: «Ja». Das über 10.000 Mitarbeitende zählende Unternehmen übernahm Anfang der 2020er-Jahre fünf Werke in den USA, die nun mithilfe des Identtechnik-Anbieters Aisci an die IT angebunden wurden.

Bei hohen Temperaturen kann Eiscreme auch durchaus mit dem richtigen «Handling» in Konflikt geraten. In diesem Fall ging es eher um die IT-Hardware, die besondere Bedingungen für den Lebensmittel- und TiKo-Bereich erfüllen muss. Deren zeitnahe Beschaffung, in Zeiten von Chipkrise und langen Lieferzeiten extrem herausfordernd, ging mit Unterstützung der Ident-Experten aus Bad Salzuflen erfolgreich vonstatten.

Zu Beginn der Übernahme der US-Produktionsstätten stellte Froneri fest, dass die Beschäftigten der USA-Standorte nur wenige mobile Datenerfassungsgeräte einsetzten. Mancher Pick-Vorgang sei sogar noch mit Zettel und Stift erledigt worden.

Abb.: Froneri-Schoeller

Nils Holzgrefe, IT Business Solution Manager Operations bei Froneri, weiss, dass veraltete Datenerfassungsgeräte und papiergebundene Prozesse keine Option sind für das weltweit operierende Unternehmen: «Wir haben schon vor über 20 Jahren damit angefangen, unsere Ware digital zu erfassen.» Für Benchmarking, Effizienz und digitale Rückverfolgbarkeit nutzt Froneri seit Jahren ein selbst entwickeltes Shop-Management-System (Measurement Executive System, MES). Die mobilen Datenerfassungsgeräte sind daran angebunden und arbeiten mit dem Betriebssystem Android. «Dafür haben wir eine eigene Android-App», erläutert Holzgrefe.

Klar, dass betagte Windows CE-Systeme oder gar das Hantieren mit Zettel und Stift nicht infrage kamen. «Unter anderem brauchten wir moderne mobile Datenerfassungsgeräte und Industrie-PCs im Produktionsbereich», erzählt Holzgrefe.

Mit den mobilen Scannern wollte Froneri zum Beispiel die digitale Erfassung und Verbuchung von Verpackungsmaterialien (Faltschachteln, Folie usw.) ermöglichen. Zusätzlich benötigte das Unternehmen sogenannte Terminals. Industrie-PCs mit 15-Zoll-Touchscreen, die etwa in der Produktion eingesetzt werden, damit Beschäftigte ihre Aufträge sehen, starten und beenden können. Andere Terminals (12 Zoll) werden auf Staplern benötigt, um Status-Informationen über den Standort von Paletten und Rohstoffen optimal und in Echtzeit zu vernetzen.

Auf der Suche nach einem Partner für die zuverlässigen Beschaffung angesichts der weltweiten Chipkrise besann sich der Eiscreme-Hersteller auf die Aisci-Experten, die Fronerio schon seit Jahren mit Technik beliefern.

Hinzu kam: Viele der MDE-Geräte waren für den Einsatz im Tiefkühlbereich bestimmt, also bei rund minus 30 Grad Celsius, und zwar im Lebensmittelbereich. Auf dem Markt gibt es wenig Systeme, die alle diese Bedingungen erfüllen. Und auch der Export der Technik in die USA war eine bürokratische Hürde, die genommen werden wollte.

Also nahm die Aisci Ident GmbH Kontakt zu vielen unterschiedlichen Anbietern und Lieferanten weltweit auf. Wehmeyer: «60 Etikettendrucker beispielsweise haben wir in Asien beschafft und direkt in die USA schicken lassen, um den Zeitplan einhalten zu können. Wir haben die gesamte Logistik für die Beschaffung aller relevanten Geräte übernommen, das war ein umfangreicher logistischer Aufwand. Und wir wollten es unserem Kunden so einfach wie möglich machen.»

Die Aisci musste sich also dauerhaft darum kümmern, dass Lieferungen rechtzeitig eintrafen. «Es ist klar, dass unsere Kunden sich darauf verlassen können müssen», beschreibt Sven Pszolla, als Regional Sales Manager bei der Aisci ebenfalls in das Projekt eingebunden, «und es ist natürlich dann auch unsere Aufgabe, das sicherzustellen.»