17 nominierte Produkte von 15 Unternehmen haben im International Intralogistics and Forklift Truck of the Year Award grünes Licht für das Finale 2024, das von 8. bis 11. April mit den Durchläufen im Test Camp in der Messe Dortmund in die nächste Phase tritt. Darunter vier Start-ups.

Eigenem Bekunde zufolge hat die IFOY-Organisation aus dem Bewerberfeld von 35 Unternehmen kräftig ausgesiebt. Demnach sind die Intralogistiker Agilox, Crown, Globe Fuel Cell Systems, HWArobotics, Innok Robotics, Jungheinrich, Meysens, Ravas, Safelog, SSI Schäfer und Still im Rennen. Beim Spin-off Award «IFOY Start-up of the Year» gehen Box ID Systems, Brightpick, CIP Mobility und Cybrid ins Finale. 

«Mehr als die Hälfte der Bewerber hat es nicht in die Endrunde geschafft», so Anita Würmser, Geschäftsführerin und Vorsitzende der Jury. «Umso klarer spiegeln die Finalisten die Megatrends unserer Zeit wider». Das beginne bei immer ausgefeilterer Lagertechnik und reiche über die zwischenzeitlich stattliche Bandbreite der Einsatzfelder mobiler Robotik sowie KI bis hin zu hochinnovativen Komponenten und immer komplexeren Kundenprojekten. «Im IFOY Audit wird sich zeigen, wer die Nase vorn hat.» Würmser erwartet ein hartes Ringen in den Jurysitzungen um die sechs Siegertrophäen, die im Juni im niederösterreichischen Baden bei Wien vergeben werden.

Fotos: IFOY

Integrated Customer Solutions

Hochspannung verspricht die Königsklasse der integrierten Kundenlösungen, die erstmals seit zwei Jahren wieder ausgetragen wird. Grosse Namen und wegweisende Automatisierungsprojekte stehen im Finale.

Mit dem Agilox-Schwarm bei BMW schickt die Jury ein Vorzeigeprojekt in Sachen Nachschubversorgung mithilfe von Mobile Robots für den Automotive-Sektor ins Finale. Im BMW- Werk Regensburg beliefern seit Jahresende 2023 anstelle von Routenzügen und einer manuellen  Bestückung der Pufferlager 27 Agilox ONE die Arbeitsstationen mit Fertigungsteilen für den  Karosseriebau. In einer durchschnittlichen Woche bewegt der Schwarm Voll- und Leergutware im  Mischverkehr mit Fussgängern, Staplern und Routenzügen etwa 2.624 Tonnen und legt dabei rund  3.294 kmzurück.

Agilox

Ebenfalls im Rennen um die IFOY Trophäen steht das hochmoderne Produktionszentrum für Kosmetikprodukte bei Beiersdorf, für dessen integrierte Produktions- und Lagerversorgung Still verantwortlich zeichnet. In dem Greenfield-Projekt bei Leipzig kommen vollautomatisierte und manuelle Geräte zum Einsatz, mobile und stationäre Komponenten. Insgesamt sind 25 Fahrzeuge in Betrieb sowie eine Regalanlage mit mehr als 9700 Stellplätzen und 12,7 m Höhe. Spezialität ist ein ausgeklügeltes Energiesystem für den 24/7-Betrieb.

Still bei Beiersdorf

Bei den mobilen Transportrobotern von Safelog in der Mercedes Factory 46 in Sindelfingen standen Vernetzung und Transparenz intralogistischer Versorgungsprozesse entlang der Supply Chain im Fokus. Für die Kommissionierung und den Transport von Bauteilen an die Fertigungslinien sind Pick-by-light-Anlagen und eine Flotte von 350 AGVs der bayerischen Robotikspezialisten im Einsatz. Mit eigener Intelligenz ausgestattet sind die AGVs in der Lage, eigenständig zu entscheiden, an neuralgischen Stellen übernimmt die Leitsteuerung mit Echtzeit-Monitoring.

Safelog in der Mercedes Fatory

 

Warehouse Trucks

Die Arbeitspferde vieler leistungsstarker Lager- und Distributionszentren gehören nach wie vor zu den meistgekauften Produkten. Aus einer traditionell grossen Bandbreite schickt die  Jury in diesem Jahr zwei brandneue Highlifter ins Finale.

Bei dem neu entwickelten ESR 1200 von Crown mit einer Tragfähigkeit von 2 t und  einer Hubhöhe von 14,2 m überzeugt der ganzheitliche Ansatz aus Nachhaltigkeit und  Produktivität. Der Schubmaststapler punktet sowohl durch Produktverbesserungen, wie etwa dem neuen Mastdesign für mehr Stabilität und Sichtbarkeit, als auch durch die zeitgemässe Reduzierung des ökologischen Fussabdrucks infolge des neu gestalteten Produktionsprozesses.

Crown`s ESR 1200

Mit dem EJC 112i von Jungheinrich schickt die Jury einen universell einsetzbaren Lithium-Ionen-Elektro-Hochhubwagen mit einer Tragfähigkeit bis zu 1,2 t und 4,7 m Hubhöhe ins Rennen. In dem traditionell hart umkämpften Einstiegssegment verspricht der kompakte Allrounder neue Massstäbe hinsichtlich Kompaktheit, Performance und Hydraulikleistung. Besondere Kennzeichen: reduziertes Vorbaumass, hohe Energiedichte und Resttragfähigkeit.

 

Mobile Robots

AGV, AMR & Co. sind im Trend in der Intralogistik. Viele Logistikdienstleister setzen wegen des Fachkräftemangels und aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zunehmend auf die mobilen  24/7-Helfer.

Induros

Der autonome Transportroboter Induros von Innok Robotics für Lasten von bis zu 700 kg kann unabhängig von Wetter, schlechten Bodenverhältnissen und anderen  Hindernissen sowohl outdoor als auch indoor oder kombiniert eingesetzt werden. Anhänger koppelt  er autonom an und ab und ein moderner Webbrowser genügt für die Bedienung. Die  Hybridnavigation aus Lidar oder GPS wählt dabei automatisch und unterbrechungsfrei die jeweils beste Form der Navigation und Sensorik.

 

Grünes Licht gibt die Jury für Jungheinrichs Soto mit neuem Greifkonzept und Industrie-Kommunikationsstandard VDA 5050 für den Einsatz in Mischflotten. Der vollautonome  mobile Roboter nimmt Kleinladungsträger (KLT) auf und platziert sie in Durchlaufregalen von  Produktions- und Montagelinien. Er kann bis zu 24 KLTs unterschiedlicher Grösse gleichzeitig  transportieren. Zielgruppen sind Automobil-, Elektronik- und Weisswarenindustrie sowie die Spritzgussfertigung.

Jungheinrichs Soto

Ebenfalls im Finale steht das erste automatisierte Stills Serienfahrzeug EXV iGo. Sein «Ursprung» als industrielles Lagertechnikfahrzeug verspricht ausgereifte Technik, einfache Inbetriebnahme und schnellen Service für skalierbare Automatisierungslösungen. Die Möglichkeit, das Fahrzeug entweder stand-alone oder im Mischbetrieb parallel zu manuell agierenden Fahrzeugen einzusetzen oder im Bedarfsfall auf manuellen Betrieb umzustellen, macht den robusten Lagerhelfer auch für Unternehmen mit kleineren Flotten und wenig bis keiner Automatisierungs-Erfahrung zu einem smarten Türöffner in die Welt der automatisierten Lagerprozesse.

 

Stationäre Robots

Das Potenzial stationärer Robotik ist enorm, insbesondere wenn es um Nachrüstung von existierenden Lagern oder um die Kommissionierung geht. HWArobotics, Hersteller hochwertiger Lager- und Logistikroboter mit Sitz in Singapur, steht mit seinem 3D-Shuttle-Robotersystem SLS600 für Lasten bis zu 50 kg im Finale. Ob Shuttles mit variabler oder mit fester Grösse, bidirektionale oder 3D- Shuttle-Roboter, alle teilen sich dieselbe Schiene, können Gänge nach Belieben wechseln oder mit Hilfe eines Lifts zu verschiedenen Ebenen fahren.