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Anpacken und Zupacken in der Logistik
31. Januar 2026
Besondere Aufmerksamkeit wurde bei der diesjährigen Logistics & Automation in Bern den von GS1 organisierten LogisticsTalks zuteil. Von der jüngsten Auflage der Logistikmarktstudie bis hin zu geführten Touren über 2D-Codes und Ausbildungsfragen mit Swiss Logistics by ASFL SVBL-Chef Serge Frech reichte das Spektrum.
Messe auf progressivem Niveau
30. Januar 2026
Um rund 10 %, sagt Messeleiterin Kristina Nadjarian, könnten die Messen «Logistics & Automation» und die «Empack» 2027 noch wachsen. 179 Ausstellende und 3121 Fachbesucher wurden diesmal in Bern gezählt. Während die reine Anzahl der Teilnehmenden regional natürlich begrenzt ist, punktet Easyfairs mit Professionalität.
17 Nominierte im IFOY-Finale
29. Januar 2026
13 Produkte und Lösungen aus acht Nationen ziehen beim Intralogistik-Wettbewerb IFOY ins Finale 2026 ein. Vier Unternehmen werden sich als «Start-up of the Year» beim Test Camp Intralogistics in der Dortmunder Westfalenhalle dem Urteil der internationalen Jury und dem Audit der Experten stellen.
Die «Erste Geige» im Orchester
27. Januar 2026
In mehrfachem Sinne betrachtet Johannes Meißner, technischer Geschäftsführer des Automatisierungs-Anbieters Witron, die Funktion moderner Warenlager als «integralen Bestandteil» der Supply Chain des Kunden. Und zielt wie bei Jumbo in Nieuwegein zugleich auf harmonische Abläufe.
E-Projekte auf dem Prüfstand
26. Januar 2026
Neue Projekte entschlossener angehen – nicht zielführende schneller beenden. Auf diesen Nenner lassen sich die vorläufigen Zahlen für 2025 des Technologiekonzerns ZF Friedrichshafen am Bodensee bringen. Im Zuge der Restrukturierung bei Elektro-Antrieben sollen mehrere Projekte vorzeitig beendet werden.
Robustes Messegeschehen
26. Januar 2026
Die Nürnberger Messe, eine der 15 grössten Plattformen der Welt und in der Logistik vor allem durch die «Fachpack», die im Turnus erst in 2027 wieder an der Reihe ist, eine bekannte Hausnummer, hat 2025 mit 350 Mio. Euro ein überraschendes Plus eingefahren. Ein gutes Zeichen für eine Trendwende in Krisenzeiten?
Reichhaltiger Fundus aus DLR-Leichtfahrzeug-Studie
25. Januar 2026
Einen überaus reichhaltigen Fundus an Einschätzungen und Erfahrungswerten hat das DLR-Cargobike- und Leichtfahrzeug-Projekt, dessen Ergebnisse – wie angekündigt - am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurden, für den Einsatz von Lastenrädern und elektrischen Leichtfahrzeugen in der Citylogistik zutage gebracht.
«Logistics Talks» unter Experten
24. Januar 2026
Wertvolle Ergänzung zur «Logistics & Automation», die am 28. / 29. Januar wieder in Bern stattfindet, sind die «Logistics Talks», die am ersten Tag der Messe traditionell mit dem Gewinner des Swiss Logistics Award (in 2025 die Shiptec AG) starten, und sich mit zahlreichen Fachbeiträgen fortsetzen.
Wirtschaftsförderung für Intralogistik-Testcamp
22. Januar 2026
In der Westfalenhalle bildet das «Test Camp Intralogistics» den Rahmen für den IFOY-Award und den Materialfluss-Kongress 2026. Dazu gehören Staplertests, Exoskelette, Lagertechnik, Logistikroboter und Systeme auf dem Prüfstand. Und jetzt auch ein «Go-To Market-Programm» der Wirtschaftsförderung.
Hochregallager für alte Bekannte
21. Januar 2026
Bereits 2008 hatte Kardex Mlog für Moers Frischeprodukte ein automatisches Hochregallager errichtet. Jetzt musste aufgrund der weiter steigenden Nachfrage ein weiteres Mal ausgebaut werden. Mit einem weiteren, 44 m hohen HRL für mehr als 17.000 Palettenstellplätze sowie einem Kommissionier- und Versandzentrum. Und nicht nur das.
Platz ist knapp direkt am Rheinfall
WAGNER Schweiz AG
Platz ist knapp direkt am Rheinfall
27. September 2025
Wenig Spielraum blieb dem Anbieter von OP-Bedarf, Pflastern und Diagnosegeräten IVF Hartmann in Neuhausen zwischen den tosenden Schnellen des grössten Wasserfalls Europas und dem Schweizer SIG-Areal für sein neues Logistikzentrum. Gemeinsam mit Dematic entstand eine geradezu sensationelle Lösung.

Die Lage zwischen der Bahntrasse nach Basel und dem Rheinfall liess tatsächlich nur ein extrem platzsparendes Konzept zu, das trotzdem hohen Anforderungen genügen musste, erklärt Udo Mittelstädt, Business Development Manager beim Automatisierungs-Spezialisten für Lager- und Kommissionier-System Dematic bei einem Termin vor Ort.
Auf nur 400 Quadratmetern
So wurde am Standort unweit von Schaffhausen, der für eine Knappheit an Flächen bekannt ist, wie sie in dieser Kompaktheit nur aus Singapur oder Hongkong bekannt ist, ein mehrgeschossiges Projekt gestartet, das auf nur 400 Quadratmetern Fläche mit drei Gassem auf 20 Ebenen und 60 Robot-Shuttles schnellen Zugriff auf 10.000 Stellplätze gewährleisten sollte.

Die Lösung des Problems bestand darin, die Kommissionierplätze, an denen per Put-to-Light-Technik bis zu acht Aufträge gleichzeitig bearbeitet werden können, nicht neben, sondern direkt unterhalb des Shuttle-Lagers zu installieren. Über Lifte gelang es, die Etagen über so kurze Transportwege miteinander zu verknüpfen, dass nur rund 290 m an Behälter-Fördertechnik nötig wurden.
Kurze Transportwege
Zwischen dem dreigassigen Multishuttle-Tablarlager im Obergeschoss und der Kommissionierung erfolgt der automatische Transport über drei Heber-Paare, denen die Ware auf parallelen Pufferstrecken mit bis zu 4 m / sec. angereicht wird.
Nun ist es nicht etwa so, dass Dematic keine Erfahrung in der Realisierung automatischer Lagerkonzepte unter beengten Bedingungen hätte. Thomas Bleiberger-Kneissl präsentiert Beispiele zurückliegender Jahrzehnte, seit Dematic 1959 das erste von inzwischen Hunderten von Paletten-Regalbediengeräten ins Rennen geschickt hat, die heute in bis zu 45 m Höhe arbeiten. Schon öfter musste an Bestandsgebäuden für Shuttles auch mal der Keller mitgenutzt werden.

bei Nussbaum in Olten beispielsweise rollen die Miniloads im Erdgeschoss, die Shuttles im Untergeschoss – was hohe Anforderungen an die Statik der Zwischendecke erforderlich machte. Bei Linde MH in Kahl, der Schwestergesellschaft unter dem Kion-Dach, wurde das Multishuttle-System auf einer Bühne installiert, die Arbeitsplätze direkt darunter eingerichtet. Bei einem Hersteller von Türsprech-Anlagen in Furtwangen im Schwarzwald musste jeder Zentimeter eingepasst werden.
«testen, testen, testen…»
Bei IVF Hartmann waren die Bedingungen wirklich knifflig, musste einmal sogar komplett umgeplant werden. Ein anderes Problem ist, dass Anlagen, die noch so gut und exakt nach vorgegebenen Bedarfen ausgezeichnete Leistung erbringen, bei Füllgraden bis zu 96 oder 97 Prozent auch mal stehenbleiben. Da hilft nur «testen, testen, testen…» sagt IVF-Logistikchef Markus Krause. Was die Bedeutung neuer Systeme zeigt, in denen per digitalen Zwilling die Funktionstüchtigkeit neuer Anlagen bereits im Vorfeld geprüft werden kann.

Lektionen, die man gelernt habe, seien die Bereitstellung ausreichender Ressourcen, um Tests bewerten zu können, Implementierungen in der jeweiligen Landessprache, Berechtigungskonzepte für den jeweiligen Remote-Zugriff, und die vorausschauende Vermeidung von Wartungs-Engpässen.
Pflichtenheft mit 700 Seiten
Im neuen Logistik-Center war geplant, trotz schmalster Zufahrswege 10 bis 15 Prozent an Logistikkosten einzusparen. Wobei bei vorangegangenen Entwürfen, heisst es, sogar eine Fledermaus-Einfluschneise im Weg gewesen sei, die Änderungen wegen artengeschützter Bereiche notwendig machte. Krause: «Unser Pflichtenheft umfasste 700 Seiten».

IT-Experte Michael Kreutzmeier umreisst das Software-Thema und den Weg, der sich bei Dematic mittlerweile von der «blossen» Automatisierung hin zu autonom agierenden Systemen, darunter auch Drohnen abzeichnet. Latenzzeiten spielen hier eine entscheidende Rolle. Wobei Verzögerungen und Reaktionszeiten nicht immer nur von der Hardware abhängig seien, sondern auch von den vor Ort
vorgegebenen Standards. «Wir stellen ja nicht einfach nur den Stahl und die Regaltechnik hin, sondern wollen auch die die passende Software zur Verfügung stellen».
Die passende Software
Bei IVF Hartmann wurde eine bestehende SAP Warehouse Management Lösung durch ein State-of-the-Art SAP EWM-System mit Dematic SAP Materialfluss System ersetzt, um die vorhandenen Ressourcen bestmöglich nutzen zu können. Dank der Implementierung bewährter Standards wurde eine direkte Anbindung der Steuerungsebene (SPS) an SAP EWM möglich. Relevante Daten werden in Echtzeit erfasst und ins EWM eingespeist.

Marcel Otremba berichtet vom «Mount Service». Drohnen, deren Kameras so scharf sind, dass beim Überflug der Anlage und Anlagenteilen «sogar das Gewinde von Schrauben-Befestigungen» am Monitor des Service-Technikers erkennbar sei. Thermogeführte Inspektionen seien auch geeignet, proaktive Temperatur-Überwachungen in Lagerhallen durchzuführen.
«Zeigen Sie uns ihr Lager...»
Hinzu kommt ein Control Data Management, das optional E-Mail-Nachrichten beim Auftreten von Fehlern verschickt, automatisch den Zustand wichtiger Komponenten vergleiche und die schnelle Wiederherstellung operationeller Betriebszustände erlaube.
Fotos: Dematic
«Zeigen Sie uns ihr Lager», sagt Otremba. «Wir haben den passenden Service». Bei IVF Hartmann knapp oberhalb des imposanten Schauspiels der tosenden Fluten des Rheinfalls eine beeindruckende Performance für rund 30 Teilnehmer eines interessanten Präsentationstages für interessierte Automatisierungs-Kunden aus der Schweiz.
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