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Britta Huber wird Hupac-Chefin
18. Februar 2026
Die aktuelle Vizepräsidentin der UPS-Healthcare-Sparte für Europa und Asien soll zum 1. Juli zur Hupac wechseln. In der fast 60 jährigen Firmengeschichte wird die 42Jährige als CEO die erste Frau an der Spitze des Unternehmens sein. Sie folgt auf Michail Stahlhut.
KI bei den Winterspielen
18. Februar 2026
Während in Norditalien die Olympischen Winterspiele für Begeisterung sorgen, fährt quasi im Parallelschwung eine faszinierende Entwicklung ins Blickfeld der Fördertechnik-Spezialisten: die zunehmende Durchdringung des Wintersports mit künstlicher Intelligenz und autonomer Technik.
Kardex mit TIC beim Kommissionieren
17. Februar 2026
Der «letzte Schrei» zur fehlerfreien Kommissionierung: Kein akustischer Menue-Aufruf, sondern ein neues Steuerungssystem namens «Total Intelligence Concept» (TIC) wirbt für Kardex und seine vier Geschäfts-Bereiche Remstar, Mlog, AS Solutions und «Rocketsolution» an der LogiMAT (24. bis 26. März).
Egal wie die Übergabestelle aussieht
12. Februar 2026
Unterschiedliche Ladungsträger oder wechselnde Übergabestellen? Stills neuer automatisierter Hochhubwagen EXV-CB iGo erlaubt in jedem Fall präzise Warenübergaben. Bei 1,4 t Tragfähigkeit und bis zu 3,8 m Einlagerungshöhe sorgt moderne Laser- und Sensortechnik für Prozess- und Personensicherheit.
Datengetriebene Intelligenz
12. Februar 2026
Dematic stellt an der LogiMAT 2026 neue Software-Lösungen für «operative Intelligenz» und als Europa-Premiere eine AS/RS Technologie der «nächsten Generation» vor. Planung, Betrieb und die kontinuierliche Optimierung automatisierter Anlagen sollen damit leichter fallen.
Neuer Posten für Jeremy Green
11. Februar 2026
In Grossbritannien und Irland gilt Kardex bereits als Marktführer für vertikale Lagersysteme. Da passt Jeremy Green, der von Kardex soeben zum neuen Business Development-Chef bestimmt wurde, gut ins Konzept. Der 53jährige Rugby-Fan war zuvor bei Intralogistik-Spezialisten wie TGW und Körber tätig.
Augen und Ohren der Intralogistik
10. Februar 2026
In Security-Anwendungen, bei automatisierter Identifikation und autonomen Prozessen sind Sensorik, Bilderfassung und die (Echtzeit-)Verarbeitung der erfassten Daten wichtige Technologien. Mit aktuellen Lösungen erschliessen zahlreiche Aussteller der LogiMAT 2026 ein breites Spektrum.
Perfektioniert – aber unfähig zum Wandel?
09. Februar 2026
Der Ansatz erinnert an Zeiten, in denen Automatisierung nicht nur als teuer, sondern durch bis auf das letzte Prozent ausgereizte Optimierung oft auch als veränderungsunfähig galt. Heutige Systeme punkten, u.a. per KI, mit Anpassungsfähigkeit. Denn «zuviel» Effizienz kann den Wandel auch blockieren. Sagt Ben Schulz.
Gleich zwei auf einen Streich
09. Februar 2026
Nach der Produktionsstätte für Geschirrspüler des BSH (vormals Bosch und Siemens) Hausgeräte-Herstellers in der bayerischen Gemeinde Dillingen soll TGW nun in Nürnberg bis Mitte 2028 ein Shuttle-Lager in Silobauweise für die Ersatzteilversorgung mit anspruchsvoller Konstruktion realisieren.
«007» im Visier der Lagertechnik
06. Februar 2026
Thilo Jörgl, Manager des Test Camp Intralogistics, erläutert im Gespräch, was die Veranstaltung am 15. und 16. April in der Westfalenhalle von Messen unterscheidet, welche Highlights geboten werden und warum der 33. Deutsche Materiafluss-Kongress aus Bayern in den Ruhrpott verlagert wurde.
ESG in der Warteschleife
WAGNER Schweiz AG
ESG in der Warteschleife
31. Juli 2025
Sogenannte Environmental, Social, Governance-(ESG)-Aspekte scheinen angesichts der aktuellen politischen Lage wieder in den Hintergrund zu treten. Sie stellen aber auch Schweizer KMU auf die Probe. Eine Replik des Verbands für Temperaturgeführte Logistik anlässlich der jüngsten GV.
Zwar dürften nach Auffassung von Fachleuten wie Daniel E. Bubendorf, Vordenker einer Supply Chain-Expertengruppe aus Magden im Aargau an der kürzlichen Generalversammlung des SVTL in Meisterschwanden, in der Schweiz auf absehbare Zeit nicht mehr als 100 Unternehmen sein, die direkt von dem internationalen Regelwerk betroffen sein werden.Europaweit dürften es rund 50.000 werden, so Bubendorf.
Der Haken jedoch ist, dass die zumindest in der Schweiz scheinbar geringe Anzahl von Unternehmen, die sich damit zu befassen haben werden, in Wirklichkeit täuscht. ESG-Aspekte, auf europäischer Ebene auch als CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) handhabbar, werden aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen nicht nur direkt, sondern auch auf Umwegen erheblichen Stellenwert einnehmen. Bubendorf: «Wir reden hier von einer indirekten Berichtspflicht». Die Zahl der mittelbar Betroffenen dürfte sich um ein Mehrfaches multiplizieren.

Tatsächlich sei das Thema vom Supply Chain Management nicht mehr zu trennen. Ein echter Wettbewerbsfaktor. Aber auch ein Grund für Ärger, den Experten vor allem bei den Kleineren und Mittleren Unternehmen (KMU) orten. Bubendorf: «Die kleineren Unternehmen beklagen sich deshalb, weil sie Angst haben, zuviel administrativen Aufwand leisten zu müssen, um diesen Berichtsprflichten nachzukommen».
Christian Hochstrasser von der Advokatur ThomannFischer, sagt, warum dies so ist. «Wenn ich selbst berichtspflichtig bin als Verlader oder Auftraggeber, muss ich ja sicherstellen können, dass entlang meiner Wertschöpfungskette die Daten erhoben werden können.» Entsprechend seien die Beteiligten bemüht, sich auch gegenüber ihren Geschäftspartnern und Zulieferern vertraglich abzusichern. «Die rutschen dann in diese indirekte Berichtspflicht». Um ihre Daten an ihre Auftraggeber weiterreichen zu können, müssen sie ihre Informationen genauso aufbereiten, dass der Auftraggeber sie in diesem Format auch in seiner Dokumentation weiterverwenden kann.
Grafiken: The Supply Chain Experts GmbH
Wie also anfangen? Supply Chain-Experte Bubendorf schlägt vor, zuerst einen sogenannten ESG-Check zu machen, um Schwachpunkte entlang der eigenen Lieferketten ausfindig zu machen, und dann auch sagen zu können, wo es Handlungsbedarf gäbe.
Tatsächlich drohen in der Schweiz auch heute schon Bussen bis zu 100.000 Franken bei vorsätzlicher Missachtung «entsprechender Sorgfaltspflichten», Verstössen in Menschenrechts-Fragen und Korruption (Art. 964a-964c OR), oder bei «begründetem Verdacht (…) auf Kinderarbeit», sowie den mutmasslichen Import von «Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold enthaltenden Metallen aus Konflikt- und Hochrisiko-Gebieten».
Bezüglich etwaiger Vorkommnisse, die für Betroffene in der Schweiz schon mal Konsequenzen nach sich gezogen haben könnten, halten sich die Juristen zwar gerne bedeckt. Hochstrasser: «Ich habe bislang in der Tagespresse und in den Medien nichts dergleichen vernommen...».
Abb.: ThomannFischer
Auf internationaler Ebene, wie beispielsweise beim Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), ist von Kinderarbeit – wenngleich auch nicht selbstredend in Zusammenhang mit der Schweiz – hingegen des Öfteren die Rede. Zahlen wie die 138 Mio. Minderjährigen, die nach Schätzungen in 2024 weltweit von Kinderarbeit betroffen waren, lassen es geraten scheinen, sich mit diesen «Berichtspflichten» zu befassen.
Hochstrasser zufolge haben sich Regelwerke im Rahmen von Nachhaltigkeits-Erwägungen in zurückliegender Zeit ohnehin zu sehr mit rein umwelttechnischen Aspekten befasst. Wenngleich diese in ihrer Komplexheit beileibe nicht zu unterschätzen, und in jüngerer Zeit durch Zollfragen und die Wirren nicht konsequent durchdachter Wirtschaftlichkeitsfragen oft in den Hintergrund getreten seien.
M.Manzetti, Daniel E. Bubendorf, Chr. Pauli (v.l.n.r.)
Daher auch der Stellenwert des eher technisch orientierten und vom SVTL unterstützten Projekts «Frigero», das dieser Tage an der School of Engineering der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften abgeschlossen wurde. Es durchforstet per Software und ausgesuchten Parametern die Kühlketten vom Lebensmittel-Produzenten über den Transport, unterschiedlichen Antriebs-Arten bei Lkw, Schifffahrt oder Luftfracht, bis hin zum Verbraucher systematisch nach Möglichkeiten, die CO2-Emissionen zu reduzieren.
ZHAW-Wissenschaftlerin Viola Rühlin beziffert am Event in Meisterschwanden den Kühlenergieverbrauch in der Lebensmittelindustrie und in temperaturgeführten Bereich zum Beispiel auf ein Fünftel des dortigen Gesamtenergie-Verbrauchs. «Wenn man sich aber verschiedene Supply Chains anschaut, dann kann das von einem Zehntel bis zur Hälfte ausmachen (…) Das ist abhängig von der Beschaffenheit der Lieferkette - was produzieren sie an welcher Stelle in der Wertschöpfungskette». Projekt-Mitarbeiter Fabio Thon legt Wert auf die technische Herangehensweise. «Das sind Berechnungen im Bereich der Kosten, im Bereich der Emissionen und da muss man eben einen technischen Ansatz verfolgen, um Aussagen zu den einzelnen Supply Chain-Abschnitten treffen zu können».

Die grösste Problematik seien (wieder mal) die Daten. «Wir haben schon innerhalb der Schweiz grosse Herausforderungen, um an qualitativ ausreichende Daten zu kommen». Könnte man womöglich mit «Künstlicher Intelligenz» nachhelfen? Thon schmunzelt über die Erwähnung des vermeintlichen «Wundermittels».
Wenn man im Fundus der KI Hilfe nutze, meint er diplomatisch, sei das «für´s Erste sicher ein guter Ansatz». Es ersetze jedoch auf keinen Fall die spezifischen Herangehensweise, die man im Projekt «Frigero» gewählt habe. «Da brauchen wir Daten aus Unternehmen, mit denen kann eine KI beziehungsweise ein `grosses Sprachmodell´ nicht schritthalten».
Für kleinere Unternehmen möglicherweise kaum überschaubar. Hochtrasser: «Die Schweiz ist eine KMU-Wirtschaft. Ich habe grosses Verständnis dafür, dass kleinere Unternehmen bemüht sind, administrative Aufwände klein zu halten. Bei ihnen geht es darum, dass sie wirtschaftlich tätig sein können, produzieren, acquirieren und verkaufen. Gleichzeitig können wir uns dem Trend nicht widersetzen. Man muss halt versuchen auf angemessene Weise den Compliance-Verpflichtungen nachzukommen».
(s.a. unser Bericht «Langfristiger Nutzen – oder nur Bürokratie»?
Die Videoaufzeichnung der GV 

ESG und CSRD
Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hätten schrittweise ab 2024 rund 15.000 Unternehmen in Deutschland zu einer standardisierten CSR-Berichterstattung verpflichtet werden sollen. Zwar möchte die EU-Kommission nun gemäss dem Entwurf eines «Omnibus-Pakets» zur Nachhaltigkeit den Anwendungsbereich deutlich reduzieren. So soll nach dem Vorschlag der EU-Kommission die Berichtspflicht (nur) noch für grosse Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten gelten. Allerdings würden selbst nach dieser Reduzierung rund 3000 Unternehmen in Deutschland berichtspflichtig bleiben. (…) Einige nicht berichtspflichtige Unternehmen werden sich auch für die freiwillige Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts entscheiden.
Darüber hinaus sind nicht unter die unmittelbare Berichtspflicht fallende Unternehmen regelmässig indirekt von den Berichtspflichten betroffen (sog. Trickle-Down-Effekt). Entsprechend müssen auch sie in der Lage sein, über bestimmte Nachhaltigkeitsaspekte Auskunft zu geben, wobei der Umfang dieser Auskunftspflicht nach dem Vorschlag der EU-Kommission auf den des freiwilligen Berichtstandard für kleine Unternehmen begrenzt werden soll.
Die nichtfinanziellen Aussagen und Kennzahlen müssen zudem ähnlichen Qualitätsstandards genügen wie die Kennzahlen der Finanzberichterstattung. Ökologische und soziale Auswirkungen müssen künftig gründlicher als bisher und jährlich vergleichbar auf Zielgrössen bezogen, berechnet und begründet werden.
Quelle: www.hochschule-bochum.de
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