Ohne die Logistiksparte mit 278 Mio. Franken als Betriebsergebnis im Jahr 2025 wäre die Schweizer Post insgesamt nah an Roten Zahlen. So aber machte der Konzern in 2025 noch 315 Mio. Gewinn. Unterdessen steht der Konzern immer noch unter Schock durch den in Kerzers ausgebrannten Bus mit sechs Toten.

Die Ermittlungen wegen des Unglücks in Kerzers, bei dem auch der Fahrer ums Leben kam, nachdem sich ein offenbar psychisch angeschlagener Mann mit Benzin übergossen und das Fahrzeug binnen Sekunden in Flammen gesetzt hatte, dauern an. Sie überschatteten die Bilanzkonferenz.
1437 Beschäftigte weniger
Unterdessen sieht sich die Schweizerische Post auch unter Bezug auf die künftigen Geschäftsaktivitäten unter steigendem Druck. 2024 hatte der Konzerngewinn vor Steuern (EBIT) mit 7,64 Mrd. Franken Umsatz noch bei 414 Mio. Franken gelegen. 2025 waren es noch 7,3 Mrd. Franken. Der Personalstand sank von 45361 auf 43924 um 1437 Beschäftige. Die Logistik-Sparte trug 4,25 Mrd. Franken zum Betriebsertrag bei.
Konzern-Chef P.Grieder
Erstmals seit der Pandemie nahm die Zahl der Pakete zu und betrug 186,6 Mio. Sendungen (+3,7 Prozent). Offiziell heisst es, die Schweizerische Post blicke auf ein starkes operatives Geschäft mit steigenden Paketmengen und einer zunehmenden Nutzung der digitalen Post zurück (die allerdings mit einem satten Minus von 51 Mio. Franken aufwartete, Anm.d.Red.).
«Strukturen weiter schärfen»
Die wirtschaftlichen Erträge bleiben laut Konzernleitung durch den rückläufigen Briefmarkt und weitgehend fixe Kostenstrukturen weiter unter Druck, sodass die Post die bestehende Strategie «schärfen» müsse. «Auch ohne den Beitrag von PostFinance (290 Mio.) läge das Betriebsergebnis des Konzerns nahe bei der schwarzen Null. Unsere Rahmenbedingungen haben sich weiter verschärft», so Konzern- Chef Pascal Grieder. Alex Glanzmann, Leiter Finanzen, ergänzt: «Weil die Post kontinuierlich an sich gearbeitet hat, ist sie dennoch leistungsfähig geblieben. Die Qualität unserer Dienstleistungen bleibt unverändert hoch.»
Fotos: Post CH
Um unter finanziellem Druck erfolgreich zu bleiben, werde die Post ihre Strategie bis 2030 schärfen. Sie werde ihr Geschäft in der der Logistik, Kommunikation, Mobilität sowie bei den Finanzdienstleistungen stärken und primär auf fokussiertes organisches Wachstum in diesen Kernmärkten statt auf Akquisitionen setzen. «Wir machen weniger, dafür mit mehr Fokus und Wirkung. Wir wollen den Gewinnbeitrag unseres Paketgeschäfts erhöhen, das Wachstum im Anlagegeschäft beschleunigen und sicherstellen, dass die Kundinnen und Kunden künftig die Dienstleistungen der Post häufiger nutzen», erklärt Grieder.
Vor dem Hintergrund des tragischen Postauto-Unglücks in der Freiburger Gemeinde Kerzers brachten Verwaltungsrat, Konzernleitung und Mitarbeitende ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Die Post stehe mit den Angehörigen in Kontakt und unterstütze die laufenden Abklärungen der zuständigen Behörden.

















