Zalando nennt es «eine schwierige, aber notwendige Entscheidung»: das Logistikzentrum im deutschen Erfurt soll bis Ende September geschlossen werden. Über mehr als zehn Jahre hinweg leisteten dort 2700 Mitarbeitende einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Jetzt wird umstrukturiert.
Anpassungs-Empfehlungen bei Zalando
Die Unternehmensleitung teilt mit, dass das europaweite Logistiknetzwerk neu gestaltet wird, um die Position im europäischen Mode- und Lifestyle-Markt zu stärken. Nach Abschluss nun geplanter Anpassungen soll das Netzwerk der Zalando-Gruppe noch 14 Logistikzentren in sieben Ländern umfassen.
Laufpass für 2700 Mitarbeitende
Zalando begann 2008 mit einfachen Lagerregalen im Keller des ersten Büros in der Berliner Torstrasse, und sieht sich heute als Europas führende E-Commerce-Plattform für Mode und Lifestyle mit den Wachstumsfeldern Business-to Consumer (B2C) und Business-to-Business (B2B).
Alle Fotos: Zalando
Eigener Darstellung zufolge bietet das Unternehmen im B2C Bereich mit Zalando und «About You» mehr als 61 Millionen aktiven Kunden in 29 Märkten Mode- und Lifestyle Produkte mit zahlreichen Marken aus einer Hand. Im B2B Bereich gehört dazu mit Zeos, Tradebyte und Scayle ein hoch bewertetes Betriebssystem für den Mode- und Lifestyle-Onlinehandel mit einer eigenen Logistik-, Software- und Service-Infrastruktur, um Marken und Händler beim Ausbau und der Steuerung ihrer Onlinegeschäfte in Europa zu unterstützen.
61 Millionen Kunden
In den zurückliegenden Monaten habe man das europaweite Logistiknetzwerk gründlich überprüft und einen Plan entwickelt, «um die Logistikkapazitäten im gemeinsamen Netzwerk von Zalando und About You bedarfsgerecht auszurichten und zukunftssicher aufzustellen».Dabei habe man wir die schwierige, aber notwendige Entscheidung getroffen, das Logistikzentrum in Erfurt zu schliessen. «Darüber hinaus», so heisst es, «werden wir die Verträge für drei Standorte ausserhalb Deutschlands, die externe Dienstleister für Zalando und About You betreiben, nicht verlängern».

Man habe diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. «Wir sind allen betroffenen Mitarbeitenden für ihren Beitrag ausserordentlich dankbar und bedauern zutiefst die Auswirkungen, die diese Entscheidung auf die Beschäftigten haben wird».
Betriebsrat einbezogen
Man werde Verhandlungen mit dem Erfurter Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufnehmen. Gemeinsam mit externen Experten sei ein umfassendes Unterstützungsangebot entwickelt worden, um die Beschäftigten bei diesem Prozess zu begleiten. «Wir fühlen uns mit Erfurt und der Region verbunden und werden mit lokalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenarbeiten, um gemeinsam zu versuchen, die Auswirkungen zu mindern».
Zalando-Vorstand
Die geplanten Änderungen im europaweiten Logistik-Netzwerk sollen sicherstellen, dass Zalando weiterhin wachsen werde wie geplant - im Einklang mit den bestehenden mittelfristigen Zielen für eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5 bis 10 Prozent sowohl beim Bruttowarenvolumen (GMV) als auch beim Umsatz.
Wunschziel: «Nahtlose Abläufe»
Nun fokussiere man sich auf den Aufbau einer integrierten und skalierbaren Logistikinfrastruktur, um Wachstumsambitionen sowohl im B2B- als auch im B2C-Geschäft voranzutreiben Dies ermögliche eine flexible Lagerhaltung und eine universelle Auftragsabwicklung, was zu nahtlosen Abläufen, geringerer Komplexität sowie höherer Effizienz und Geschwindigkeit innerhalb des Logistiknetzwerkes führe und erhebliche Vorteile für Kunden und Partner mit sich bringen soll.

















