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KI eröffnet Chancen für die Humanitäre Logistik

05. Dezember 2025

Mit der Frage, wohin die humanitäre Logistik künftig steuert, befassten sich das Fritz Institute und die  Wageningen University & Research an der «ConnectChains – The Humanitarian Supply Chain Conference» in Berlin. Ihnen zufolge dürfte KI ein wichtiger Treiber für das Lieferketten-Management im humanitären Bereich werden.

 konferenz humanitaere Mizushima 310 S.de Leeuw, M.Mizushima

Künstliche Intelligenz (KI) habe das Potenzial, die humanitäre Logistik erheblich zu verbessern. Zu diesem  zentralen Ergebnis kommt die neue Studie «The Future of Humanitarian Logistics», die vom Fritz Institute  (Kalifornien) und der Wageningen University & Research (Niederlande) in Zusammenarbeit mit der  Logistics Hall of Fame durchgeführt wurde. Die Resultate wurden am 4. Dezember während der «ConnectChains – The Humanitarian Supply Chain Conference» vorgestellt, die in der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin stattfand.

Organisations-übergreifend

Die Studie, für die 75 Lieferkettenexperten aus humanitären Organisationen und kommerziellen  Unternehmen befragt wurden, kommt zu dem Schluss, dass eine branchen- und organisations-übergreifende Zusammenarbeit bei KI-gesteuerten Supply-Chain-Lösungen den grössten Nutzen für  humanitäre Einsätze bringen würde.

«Die befragten Experten waren sich einig, dass die Bündelung von Fachwissen aus verschiedenen  Industrien und Organisationen Innovationen in der Praxis beschleunigen, Doppelarbeit reduzieren  und globale Hilfslogistikprojekte stärken kann», so der Autor der Studie, Professor Sander de Leeuw  von der Wageningen University & Research.

Konferenz humanitaere Sander de Leeuw Wageningen University 310 Fotos: S.Gabsch / LHOF

Die Befragten identifizierten vier Schwerpunktbereiche, in denen eine KI-gestützte Zusammenarbeit die grösste Wirkung entfalten könnte:

• Bedarfsprognosen in Krisensituationen: Konkret geht es um Vorhersagen eines sich schnell  verändernden Bedarfs an Lebensmitteln, Unterkünften, medizinischen Hilfsgütern und  Logistikkapazitäten.

• Optimierung der Routenplanung und Verteilung: Hier geht es um die Effizienzsteigerung in  Transportnetzwerken, bei der Lieferung auf der letzten Meile und bei der Ressourcenzuweisung.

• Echtzeit-Transparenz und Datenaustausch: Das zielt auf die Entwicklung interoperabler Systeme zur Verbesserung der Koordination zwischen humanitären Akteuren und Behörden ab.

• KI-gestützte Vorsorge und Szenarioplanung: Hier dreht sich alles um den Einsatz datengestützter  Modelle für Risikobewertung, Krisensimulation und Notfallvorsorge.

Auf der Basis dieser Ergebnisse planen die Studienpartner die Bildung einer internationalen,  sektorübergreifenden Projektgruppe. «Das internationale Team wird praktische Lösungen und strategische Partnerschaften entwickeln», so Mitsuko Mizushima vom Fritz Institute.

Wandel als Chance zum Neustart

Konferenzleiter Thilo Jörgl unterstrich die Aktualität der Initiative: «Das ganz humanitäre  Hilfssystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die jüngsten Kürzungen der US-Regierung  – insbesondere diejenigen, die USAID-Programme betreffen – haben zu erheblicher Unsicherheit  geführt. Viele bezeichnen diesen Wandel als einen humanitären Neustart, der das Ausmass der UN-Reformen der vergangenen zwei Jahrzehnte in den Schatten stellen könnte.»

Die dritte Ausgabe von «ConnectChains – The Humanitarian Supply Chain Conference» zog fast 100  internationale Logistik- und Lieferkettenexperten an, darunter Vertreter humanitärer Organisationen  wie dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, Johanniter, Malteser, Oxfam GB, UNHCR und  Welthungerhilfe sowie hochrangige Vertreter von Chapman Freeborn, DHL, duisport, Loxxess und Siemens.

Weitere Infos zur Konferenz










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