Prominenten Input von der Vereinfachung von Materialflüssen per KI bis hin zu Anstössen in Richtung Space Logistics holten sich die 350 Teilnehmer des Zukunftskongresses des Fraunhofer IML in Dortmund ab. Darunter auch Gilgen Logistics, wo Innovationen zum erklärten Treiber der Geschäfts-Tätigkeit zählen.
Die Zukunft hat (längst) begonnen.
Der Slogan «Mit KI-basierter Logistik die Einfachheit zurück zu erobern» von IML-Chefin Alice Kirchheim, wie auch die Aufforderung vor dem mehrhundertfachen Fachpublikum, dass «die Zeit gekommen» sei, «die Potenziale der generativen KI gemeinsam zu heben«, stiess auf breite Resonanz.
«Wir waren das erste Mal am Logistik-Zukunftskongress», so Marco Moscatelli, Marketing- und Kommunikations-Leiter bei den Intralogistik Spezialisten aus Oberwangen.
Auf Innovationskurs
Nachdem vor zwei Jahren Vision, Mission, Werte und darauf basierend das Erscheinungsbild von Gilgen Logistics neu ausgerichtet worden seien, komme der technischen Entwicklung im Unternehmen ein grosser Stellenwert zu. «Abgeleitet davon haben wir dieses Jahr den Innovationsprozess neu aufgesetzt. Das war schlussendlich ein zusätzlicher Beweggrund, dass wir den Kongress besucht haben», so Moscatelli.
Daniel Fricker, Marco Moscatelli
Wenngleich KI momentan ein Dauerbrenner sei und als Phrase zum Teil schon wieder überstrapaziert sei, wie Alice Kirchheim bereits zum Auftakt des Kongresses formulierte, sei das Thema KI vom Fraunhofer Institut absolut treffend gewählt worden. Es sei allgegenwärtig. «Und trotzdem wissen viele Unternehmen noch nicht genau, wo konkrete Anwendungen zu finden sind». Am Kongress seien zahlreiche Beispiele Projekte und Beispiele skizziert worden, in denen Firmen und die Forschung erfolgreiche Einsätze lancierten.
Wichtige Impulse
Highlights seien Impulsvorträge zur Vereinfachung logistischer Vorgänge mithilfe der KI und echte Praxisbeispiele sowie die anschliessenden Podiumsdiskussion gewesen. Moscatelli: «Da hat es konkrete Einblicke gegeben, die auch für uns relevant sein könnten». Inspirierend sei auch der Ansatz zur Raumfahrtlogistik («Per Anhalter durch die Galaxis») gewesen, zu dem – wie berichtet – auch Ex-ESA- und DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner seine Einschätzungen beitrug.
Input von einem ZHAW-Projekt
Beispiele und Hintergründe kamen aber auch von der ZHAW, wo Angaben über «eine sichere, effiziente und nachhaltige Krankenhaus-Logistik» aus einem vom Schweizer Nationalfonds zwischen 2017 und 2021 geförderten «Green Hospital»- Projekt zu bislang in Deutschland nicht ausreichend wahrgenommenen Optimierungs-Potenzialen, schliesslich aber doch zu einem «Green Hospital Energy Twin» in Nordrhein-Westfalen führten.
Oft sehr theoretisch
Ein wenig Bedauern schwingt in der Einschätzung mit, dass man sich bei aller Faszination der teils visionären Beiträge gern noch ein wenig mehr Praxisbeispiele gewünscht hätte, da ein Teil der vorgestellten Projekte und Anwendungen oft sehr theoretisch, extrem spezifisch und überwiegend nur für eine kleine Anwendergruppe geeignet sei.
Das dürfte sich dann mit zunehmendem Einzug von KI-Anwendungen in konkrete Projekte in den kommenden Jahren schnell ändern und auch die bislang nicht ganz erfüllte Erwartungshaltung in der Realität besser angepasste Bahnen lenken.

















