Wirklich brandneu ist die Idee von Inventurdrohnen im Lager nicht. Ist Lagerpersonal anwesend, kommen jedoch weitere Anforderungen an den dauerhaft sicheren Betrieb hinzu, die beim autonomen Inventursystem von «Verity» für den Einzug ins Finale des IFOY gesorgt haben.
Das autonome Inventursystem von «Verity» ermöglicht im Kollaborations-Modus und 24/7-Betrieb die Bestandsverfolgung in Echtzeit ohne die menschlichen Arbeitsabläufe zu stören. Im Einsatz ist das autonome Inventursystem bei der Ingka Group, IKEA´s grösstem Franchisenehmer, der rund 400 IKEA Einrichtungshäuser in 31 Ländern betreibt.
2020 lieferte Verity sein erstes autonomes Inventarsystem aus, das von selbstfliegenden Drohnen angetrieben wird und in Abwesenheit von Personal und bei völliger Dunkelheit arbeiten kann. Aufbauend auf diesem Erfolg wurde der Collaboration Mode von 2023 bis 2024 erprobt.

Die Verity-Inventurdrohne für manuelle Hochregallager beherrscht das Lesen von Barcodes sowie das Zählen von Gebinden (Case Counting) in angebrochenen Paletten durch eine umfangreiche und zweckmässige Sensor- und Beleuchtungsausstattung. Das Inventursystem lässt sich einfach in verschiedenste WMS/WCS-Systeme integrieren.
Der autonome Flugbetrieb erfolgt mittels einer 3D-Karte des Lagers und stellt das autonome Batterieladen nach zehn Minuten Flugzeit sicher. Die Inbetriebnahme des Systems durch 3D-Kartierung und Installation von Reflektionsmarken an der Decke für die Navigation mittels aufwärtsgerichteter Kamera dauert circa eine Woche.
Kein Personenkontakt
Der Collaboration Mode für den Einsatz zu Betriebszeiten im Umfeld von Personen vermeidet funktional den Personenkontakt auf Basis von Informationen des WMS zu aktuellen Lagertätigkeiten sowie anhand der Hindernismessungen mit der integrierten 3D- und Abstandssensorik im Vorwärtsflug und dem Einsatz auf als sicher definierten Flughöhen.
Als zusätzliche Besonderheit verfügt die Drohne über ein optisches Navigationssystem, das sich über an der Decke angebrachte Reflektormarken mit Signalen im nicht-sichtbaren Bereich auch im dunklen Lager orientieren kann.
Foto: Verity
Laut Europa-Verkaufs-Chef Stefan Niederhauser bietet das Drohnensystem durch die kontinuierliche, rollierende Inventur bis zu 20-mal häufigere Inventuren, die dank des kollaborativen Modus auch während der Betriebszeiten im Lager durchgeführt werden können, ohne dabei den regulären Lagerbetrieb zu unterbrechen. Im Anwendungsbeispiel der Ingka Group ergaben sich durch den Einsatz des Inventursystems 50 Prozent weniger Abschreibungen durch Verlust, 70 Prozent weniger Ausfallzeiten in nachgelagerten Prozessen aufgrund der Suche nach verlorenen Paletten sowie eine signifikante Reduktion von Überverkäufen.
Laues Lüftchen in der Lagergasse
Zusätzlich wurden jährlich 800.000 Arbeitsstunden an über 100 Kundenstandorten eingespart, was einer Reduktion manueller Arbeit für die Inventur um 80 Prozent entspricht. Für das Lagerpersonal verbessert die drohnenbasierte Inventur die Arbeitsbedingungen durch Vermeidung von manuellen Inventuren in grosser Höhe. Zudem sind Energieeinsparungen bis zu 25 Prozent möglich, da das Inventursystem auch im Dunkeln einsetzbar ist und keine Hebebühne benötigt wird. Der Einsatz amortisiert sich dem Vernehmen nach binnen eines Jahres.
Der Countdown zum Internationalen Forklift and Intralogistics of the Year (IFOY)-Award und die Bekanntgabe der Sieger am 3. Juli im Phoenix des Lumieres in Dortmund läuft.

















