Na bitte, geht doch: Es ist, als hätte jemand Glasfaserkabel im All verlegt, während manch Zivilist unten auf der Erde noch in seinem Funkloch hockt. Der SpaceDataHighway ist die erste geostationäre Relaisstation, die per Laser einen sicheren Datentransfer mit 1,8 Gbit/S erlaubt. Also Bewegtbilder mit hoher Auflösung in Echtzeit über Zehntausende von Kilometern hinweg.

Eine atemberaubende Beschleunigung der Weltraumkommunikation. Bevorzugt, wie gesagt, für militärische Anwendungen und Aufklärungssatelliten. Übertragungsraten dieser Art würden eigentlich dringend zur Sicherung des immer noch mit teils veralteten Funksystemen arbeitenden zivilen Flugverkehrs gebraucht.

Seit 15. Juli ist der EDRS-C-Satellit, der zweite Netzknoten der Airbus-Konstellation «SpaceDataHighway» einsatzbereit. EDRS-C ergänzt EDRS-A, der täglich Erdaufnahmen von vier Beobachtungssatelliten mit einer Auflösung von bis zu 30 Zentimetern übermittelt. Seit 2017 hat EDRS-A laut Airbus bereits mehr als 35000 erfolgreiche Laserverbindungen hergestellt. Nach dem erfolgreichen Start des Satelliten im August 2019 und dem Erreichen seiner geostationären Orbitposition auf 31 Grad Ost wurden In-Orbit-Tests durchgeführt und Laser-Kommunikationslinks zu den Erdbeobachtungssatelliten hergestellt. Bis 2030 sollen rund 15 Satelliten die hohe Übertragungsrate nutzen.

Die Satelliten vernetzen sich über bis zu 45.000 Kilometer hinweg mit erdnahen Beobachtungssatelliten, Aufklärungsdrohnen oder Missionsflugzeugen. Aus dem geostationären Orbit leitet der SpaceDataHighway die erfassten Daten in Fast-Echtzeit zur Erde weiter. Normalerweise würde dieser Prozess mehrere Stunden in Anspruch nehmen. So können die Beobachtungssatelliten wesentlich mehr Bild- und Videomaterial übertragen und jederzeit minutenschnell mit neuen Missionsplänen programmiert werden.

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