Ihr Browser unterstützt kein HTML5 audio. Hier klicken um die Audiodatei herunterzuladen.


Verhalten ist die Freude, wenn dieser Tage Maschinen, Schiffe und Geräte ausgeliefert werden, die noch vor Corona-Zeiten bestellt wurden und nun für ihre neuen Besitzer zum Senkblei werden könnten. Deshalb erschloss sich der Enthusiasmus nicht auf den ersten Blick, als  Embraer jetzt seinen 1600dsten E-Jet auslieferte, der an die Helvetic Airways ging.

Dort weist der Treibstoff sparende Jet auf neue Marktchancen hin. Denn nicht den Grossraum-Jets a lá A380 gehört die Zukunft, sondern eher den mittleren Grössen, die auch mit kleineren Flughäfen zurechtkommen und keine speziellen XXL-Abfertigungskapazitäten benötigen. Seit die erste Generation der E-Jets 2004 an den Start ging, setzen Airlines und Leasing-Unternehmen aus etwa 50 Ländern auf die Maschinen. So feierte Arjan Meijer, Präsident und CEO von Embraer Commercial Aviation die Auslieferung als «wichtige Wegmarke im Rahmen des E-Jet-Programms, aber auch in der Geschichte des Unternehmens».

Helvetic erhielt Ende 2019 ihre erste E190-E2. Seither sind im Rahmen der Flottenerneuerung vier weitere Maschinen hinzugekommen. Helvetic bietet in den Flugzeugen auf ihren In- und Auslandsflügen je 110 Passagieren Platz. Auf eine Unterteilung in verschiedene Klassen wird verzichtet. Die Fluggesellschaft hat zwölf Maschinen des Typs E190-E2 bestellt und sich Optionen für weitere zwölf gesichert, die auch für Flugzeuge des Typs E195-E2 gelten. Damit kann die Fluggesellschaft insgesamt bis zu 24 E2 beziehen. Helvetic-CEO Tobias Pogorevc: «Wir sind absolut zufrieden mit der Leistung der Maschine. Der Treibstoffverbrauch ist noch tiefer als erwartet, wodurch die Maschine noch umweltfreundlicher ist. Wir freuen uns darauf, den Betrieb bald wiederaufnehmen zu können. Dann wird auch unsere Meilenstein-E190-E2 zum Einsatz kommen.» Die Maschinen wurden speziell für das Segment von 70 bis 150 Fluggästen entwickelt. Bis heute sind mehr als 1900 Bestellungen von über 100 Kunden eingegangen. Innerhalb der Branche wird der sich abzeichnende Erfolg – bei allen Schwierigkeiten, denen sich die Luftfahrtbranche derzeit gegenübersieht - als «Durchstarten» empfunden. Der «Aerotelegraph» wertet die Corona-Krise als Abschiedstournee von Airbus A380 und Boeing 747. Kleineren Maschinen wie dem E2 und der A220-Kategorie gehöre die Zukunft.

Helvetic Airways will ab diesem Sonntag den Flugbetrieb wieder aufnehmen. Die Wiederaufnahme soll schrittweise und abhängig von der Nachfrage sowie der Covid-19-Situation in der Schweiz und weltweit erfolgen.

Der transatlantische Flug zur Auslieferung des neuen Flaggschiffs der Flotte von Helvetic Airways führte von Natal, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Norte, nach Zürich in der Schweiz. Die Embraer von Helvetic Airways startete am Donnerstag, 2. Juli, um 06:37 Uhr (Ortszeit) in Brasilien und landete am Abend um 20:48 Uhr (Ortszeit) in Zürich. Der Nonstop-Flug dauerte 9 Stunden und 10 Minuten für eine Strecke von insgesamt 7150 Kilometern und erreichte somit Werte, die normalerweise nur für Langstreckenflugzeuge möglich sind.