Es müssen nicht unbedingt -zig Tonnen schwere Betonträger sein, um dem Zwei-Sektionen-Fahrzeug des in der bayerischen Oberpfalz gelegenen Herstellers Max Bögl einen geeigneten Fahrweg zu bereiten. Die Magnetbahn leichterer Bauart braucht lediglich Träger von 1,2 Metern Höhe und 23,5 Metern  Länge, und ist somit bedeutend leichter zu installieren, als sie beispielsweise in Pudong für die Schnellbahn vom Airport ins nahegelegene Shainghai benötigt wurden – und aufgrund ihres Gewichts ein gutes Stück tiefer im Sumpfland versanken, als geplant. 

Jetzt schickte die Firmengruppe das erste serienreife Zwei-Sektionen-Gespann via München mit einer Antonov 124-100 zu seinem  Einsatzort nach China, nämlich einer in Chengdu eingerichteten Demonstrationsstrecke. Das neuartige Personennahverkehrssystem soll  seinen Betrieb auf der 3,5 Kilometer langen Strecke im Sommer aufnehmen und dort die  Vorteile des Transportsystems  demonstrieren.

Das erste Serienfahrzeug wurde in den zurückliegenden Monaten in Sengenthal auf Herz und Nieren getestet. Am 7500 Kilometer entfernten Zielort wird ein Team gemeinsam  mit dem chinesischen Partnerunternehmen Xinzhu das Fahrzeug auf der 3,5 Kilometer langen Strecke in Betrieb nehmen.

 

Gegenüber herkömmlichen Systemen vermeidet das Transport System die hohen Lasten am Kontaktpunkt Rad-Schiene, die Hauptursache für Vibrationen und Lärm  sind. Basierend auf der  Magnetschwebetechnologie arbeitet es mit einem Linearantrieb und kann dank flexibler Trassierung in bereits bestehende Verkehrsinfrastrukturen integriert  werden. Max Bögl übernimmt als Turn-Key-Lieferant Planung, die industrielle Fertigung des Fahrwegs und Fahrzeugs sowie die  baulichen Massnahmen. In der Antonov wurden die Waggons erst einmal fest verzurrt, um dann doch nicht allzu leicht davonzurollen.