Zunächst hatte es merkwürdigerweise noch so ausgesehen, als werde Staplerhersteller Jungheinrich von der Coronakrise gar nicht sonderlich tangiert. Das jedoch lag am Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäftsverlaufs zum Ende des ersten Quartals 2020. Jetzt wurde die Prognose zurückgenommen.

Die Ende 2019 aufgestellte und noch im März bestätigte Vorausschau, die natürlich auch den Aktienkurs mitbeeinflusst, wurde aufgrund der Unsicherheit im Hinblick auf die zu erwartenden Auswirkungen der Pandemie auf die weitere Geschäftsentwicklung nun doch korrigiert. Andererseits war aber aufgrund eines schon in den Vormonaten leicht rückläufigen Marktgeschehens ohnehin schon mit einer schwächeren Entwicklung gerechnet worden. Bei den Hanseaten, die rund ein Fünftel Marktanteil halten, wurden jetzt 13100 Flurförderfahrzeuge weniger geordert.

Demnach werde jetzt für 2020 mit einem Umsatz zwischen 3,6 Mrd. und 3,8 Mrd. Euro gerechnet (2019 war noch die Vier-Mrd.-Grenze angepeilt worden). Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) könnte nach gegenwärtiger Einschätzung 2020 noch bei 130 bis 180 Mio. Euro liegen. Die EBIT-Rendite wird in einer Bandbreite von 3,8 Prozent bis 5,0 Prozent erwartet.

Trotzdem erfolgsgewohnt strebt Jungheinrich im Vergleich zu 2019 natürlich eine leichte Verbesserung seines Marktanteiles in Europa (bislang: 20,2 Prozent) an.

Sämtliche Einschätzungen, heisst es bei den Hanseaten, basieren indessen auf der Annahme, dass es im weiteren Verlauf der COVID-19-Pandemie nicht zu einem umfangreichen zweiten Lockdown komme und die Lieferketten weitgehend intakt bleiben.

Die Bestellungen für Neufahrzeuge lagen mit 53900 Fahrzeugen jetzt jedenfalls im ersten Halbjahr doch deutlich unter dem Vorjahreszeitraum (67000 Fahrzeuge). Der wertmässige Auftragseingang blieb mit 1,81 Mrd. Euro hinter dem Vorjahr (2,07 Mrd.) zurück.

 

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23.7.2020