Unitop ist hier Trumpf 

55000 t an Material hält der Stahlhändler Heine + Beisswenger auf Vorrat. Nach 25 Betriebsjahren sah das Unternehmen den Zeitpunkt gekommen, das Langgut-Kassettenlager mit dem Unterfahrwagen zu überholen. Zwei statt nur einer Rollenbahn sparen nun pro Ein- und Auslagervorgang 35 Sekunden Zeit ein.

Die Firma hat sich über die Jahre zu einer international tätigen Unternehmensgruppe mit 14 Standorten und fast 600 Mitarbeitenden entwickelt. Das Sortiment umfasst Qualitäts- und Edelbaustahl, unlegierte Stähle, Edelstahl, Walzstahl und Nichteisenmetalle – insgesamt mehr als 25000 Artikel in unterschiedlichen Güten, Profilen und Abmessungen.

Herzstück einer Niederlassung im fränkischen Langenzenn ist ein automatisches Langgut-Kassettenlager vom Typ Unitop von Kasto. Es bietet mit 68 m Länge und 13 m Höhe Platz für 1300 Kassetten, von denen jede bis zu 4 t Material von bis zu 7 m Länge fasst. Charakteristisch für das Unitop-System ist das Regalbediengerät (RBG), das sich oben auf dem Lagerblock befindet. Es entnimmt automatisch die Kassetten mit dem benötigten Material und übergibt sie an einen Unterfahrwagen, der sie wiederum an einer von zwei Ein- und Auslagerstationen mit jeweils vier Vorlageplätzen bereitstellt. Dadurch kann der Bediener mehrere Kassetten parallel ein- und auslagern.

Zwei statt nur einer Rollenbahn erlauben die Doppelhandhabung.

Aufgrund der steigenden Auftragszahlen stiess das Lager an seine Grenzen. «Mechanisch war es noch völlig in Ordnung», erinnert sich Betriebsleiter Torsten Meincke. «Wir entschieden uns dafür, das System nicht komplett auszutauschen, sondern mit einem Retrofit zu modernisieren.»
Gerd Jakob, Projektleiter Retrofit bei Kasto: «Schliesslich sind grosse Teile unserer Lagersysteme, wie etwa der Stahlbau, nahezu unverwüstlich und können guten Gewissens weiter eingesetzt werden.» Sämtliche Komponenten, die nicht mehr den aktuellen Ansprüchen genügen, tauscht Kasto hingegen konsequent aus.

Darunter die Schaltschränke. Die vorhandene S5-Steuerung ersetzten die Experten durch eine moderne S7-400-SPS. Die Antriebsregler brachte Kasto ebenso auf den neuesten Stand wie die Messsysteme am Regalbediengerät. Für das Hubwerk installierten die Techniker einen effizienten Drehstromantrieb. Auch wurden für das RBG und den Unterfahrwagen neue Energieketten installiert, um die Stromzufuhr sicherer zu machen.

Die Bedienpulte wurden erneuert. Fotos: A1 / Kasto
Der Austausch des Unterfahrwagens war ein Schwerpunkt der Modernisierung. Er wurde durch ein neues Modell mit zwei Rollenbahnen anstatt wie bisher mit einer Rollenbahn ersetzt, das sogenannte Doppelspiele, also die gleichzeitige Handhabung zweier Kassetten ermöglicht. Die Längsfahrtgeschwindigkeit des neuen Wagens ist jetzt mit 120 m pro Minute doppelt so hoch wie zuvor.

Die kabelgebundene Notbedienung des Regalbediengeräts ersetzte Kasto durch eine zeitgemässe Funkfernsteuerung. Auch die Bedienpulte der beiden Ein- und Auslagerstationen wurden erneuert. Das Lager wird nun über die Warehouse Management Software Kastologic gesteuert und verwaltet. Dabei sorgt eine grafische Benutzeroberfläche für eine einfache und intuitive Bedienung.
«Der komplette Umbau ging in nur zwei Wochen über die Bühne», freut sich Meincke. «Kasto war sogar an den Wochenenden und über die Osterfeiertage bei uns vor Ort, um unser Tagesgeschäft so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.» Seither verrichtet das Lager zuverlässig seinen Dienst.

www.kasto.ch