Bereits im Einsatz: ViadatVision

«Ich würde gern die Uhr zurückdrehen – zu der Zeit, als wir noch kein Covid19 hatten», sagt Viastore-CEO Philipp Hahn-Woernle. Tatsächlich jedoch ist es so, dass der Stuttgarter Systemintegrator die Pandemie extrem gut aufgefangen hat. Grund sind unter anderem zwei Rekordaufträge aus Frankreich und den USA.

Aber natürlich nicht nur dies. Denn der Intralogistik-Software- und Systemanbieter befindet sich mit seinem Portfolio exakt inmitten des Hypes, der inzwischen die gesamte Branche erfasst hat, und per Digitalisierung und Automatisierung Industrie 4.0 und eCommerce vorantreibt.

Verluste? «Unsere Erwartung war 2019 noch eine andere», so Hahn-Wörnle. Dann kam die Pandemie. In Brasilien musste ein komplettes Team, das an einem Grossprojekt arbeitete, abgezogen werden. Trotzdem schaffte man es, das «go live» und die Abnahme der Anlage um den Globus herum per «remote control» über die Bühne zu bringen. Der CEO reiste zwischendurch in die Vereinigten Staaten, «relativ stressfrei», wie er meint, da der Flugverkehr ansonsten beinahe völlig eingestellt war. Hahn-Wörnle: «Keine Wartezeiten, keine Schlangen am Schalter». Für das Unternehmen selbst allerdings, für Service-Techniker, Ingenieure und Mitarbeitende stellte sich die Situation durchaus «gemischt» dar, berichtet der CEO anlässlich der per Live-Stream übertragenen Jahrespressekonferenz. «Im Sommer sind wir schon wieder auf die Baustellen rausgefahren». Im Haus habe ein pro-aktives Krisenmanagement geholfen, die Dinge anzupacken. «Wir wussten, dass wir nicht mit unseren Entscheidungen der Entwicklung hinterherlaufen durften, sondern vorausdenken mussten». Es galt klare Positionen und Prioritäten für laufende Massnahmen zu definieren. Ergebnis laut Hahn-Wörnle: «Es war kein verlorenes Jahr».

Projekt bei Varta

«Auch 2021 wird ein erfolgreiches Jahr», so der CEO. Er sei mit Auftragseingang und Umsatz zufrieden. «Wir müssen aber noch Monate mit diesen Umständen leben». Neben den beiden grössten Aufträge der Firmengeschichte sind auch namhafte Aufträge von Häcker (Küchen), Vega und Varta zu finden. Ein Schutzmaskenhersteller profitierte von schnelleren Lieferungen an Krankenhäuser und Rettungsdienste.

Thomas Hibinger, seit Mai neuer COO für das Systems-Geschäft, kam Mitte des Jahres von ThyssenKrupp zu Viastore. Mit Stefan Ott ist nun auch ein Experte für Regalbediengeräte an Bord. Michael Bois, Service-Leiter, berichtet vom Tagesgeschäft «auf hohem Niveau». Allerdings seien vor Ort auch viele länderspezifische Corona-Vorschriften einzuhalten. «Ein zusätzlicher Aufwand, den wir jeweils befolgen müssen», meint er. «Wir konnten aber bislang alle Termine einhalten». Der Aufwand, das alles zu koordinieren, sei ausserordentlich hoch. «Aber der Service darf nicht stehenbleiben».

Als Spähtrupp im eigenen Haus und bei Kunden hat Viastore jetzt eine Abteilung «Business Intelligence System» am Laufen, um permanent potentielle Mehrwerte durch Datennutzung und Digitalisierung zu erkunden. Automatisierte Datenreports werden forciert und auf ihren Einfluss auf die jeweilige Performance analysiert, Bottlenecks («Flaschenhälse») und Optimierungspotenziale durchforstet. Die Datensicherheit, angesichts zahlreicher, sehr unterschiedlicher Kunden durchaus ein Thema, sei stets gewährleistet. Immerhin gab es verschiedentlich in Unternehmen Hacker-Angriffe, die für Schaden sorgten. Bois: «Bei uns steht die Abwehr solcher Attacken ganz oben auf der Liste».

Viastore-Vorstand

Harald Göbel, COO der Software-Sparte, fokussiert die Visualisierung. «Wir haben gegenwärtig 16000 Nutzer weltweit und unsere Experten sind in 16 Sprachen ansprechbar». Apps sind die Losung der Stunde – gepaart mit der Frage der Geschwindigkeit beim Datenaustausch. LTE lasse noch Wünsche offen. «Wir sind gespannt auf 5G». Genutzt werden bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der Applikationen Lösungen aus dem Spielebereich. «Die sind hier zum Teil sehr gut anwendbar», heisst es. Mit Push-Nachrichten ist alles auf dem Handy abrufbar. Die Software-Spezialisten sind dabei eine Roadmap für die nächsten Jahre zu entwickeln, was der Kunde alles auf sein Smartphone geschickt bekommen soll.

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