Corona ist doof: Insgesamt rund 665000 Kinderbriefe mit Weihnachtswünschen haben Weihnachtsmann, Christkind und der Nikolaus bei der Deutschen Post in diesem Jahr erhalten und beantwortet. Die Schweizerische Post berichtet über ungeahnte Glücksgefühle und ein Experiment der Universität Chicago.

In dem Experiment, so ein Redaktionsteam der Schweizerischen Post, liessen zwei Psychologen der Universität Chicago Studenten einen Dankesbrief schreiben und absenden. In der Übung sollten sie darüber nachdenken, welche Chancen und Glücksfälle ihnen in ihrem Leben begegnet waren und welche Menschen daran Anteil hatten. Diesen sollten sie dann einen Brief schreiben und sich bedanken. Danach sollten sie Auskunft über ihr Befinden während und nach dem Schreiben geben. Auch die Empfänger wurden befragt. Ergebnis, so die Autorin Ruth Hafen: Die Probanden fühlten sich nach dem Versenden des Briefs deutlich besser als zuvor. Gleichzeitig hätten sie wohl auch die positive Wirkung unterschätzt, den ihr Brief bei den Empfängern des Dankesbriefs ausgelöst habe.

Die Post in Deutschland wertet die sechsstellige Zahl an Briefschreibern als neuen Rekord. Der sei wohl auch darauf zurückzuführen, dass angesichts der Corona-Beschränkungen noch mehr Kinder als sonst den besonderen Zauber des Briefeschreibens wieder für sich entdeckt hätten. 2019 seien es «nur» 599577 Briefe gewesen.

Viele Kinderbriefe hätten regelrechte Kunstwerke als «Beipack» enthalten – liebevoll geschmückte Tannenbäume, gebastelte Rentiere mit Schlitten oder einen lustigen Weihnachtmann mit einem bunten Federbart. Zahlreiche Heranwachsende hätten allerdings auch ihre Traurigkeit darüber zum Ausdruck gebracht, dass sie Spielkameraden nicht treffen oder ihre Großeltern nicht sehen durften. Mehrere Kinder berichteten, dass sie es blöd fänden, wenn die Schule wegen Corona ausfalle. Beantwortet werden die Kinderbriefe in verschiedenen Sprachen und teilweise sogar in Blindenschrift.

 

www.post.ch

www.dpdhl.de