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Für Wirbel hat in Deutschland der Vorschlag gesorgt, vom Online-Handel eine Paketabgabe als «Zusatzsteuer» zu verlangen, um den stationären Detailhandel zu unterstützen. 30 Prozent der Einzelhändler seien inzwischen auch im Multi-Channel präsent – und würden dann doppelt zur Kasse gebeten.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) im «grossen Kanton» warnt, dass der Online-Handel während der Pandemie für viele der einzige Weg sei, um überhaupt noch Ware zu verkaufen. Er fordert stattdessen staatliche Anreize für Multi-Channel-Händler.

«Online-Händler, die dazu beitragen, die Versorgung zu sichern, mit zusätzlichen Zwangsabgaben zu strafen, entbehrt jeder Vernunft», sagt BVDW-Vizepräsident Achim Himmelreich (Capgemini). «Die Digitalisierung unterstützt die Gesellschaft in der Krise. Gerade auch kleine und mittelständische Unternehmen seien 2020 dazu übergegangen, ihre Produkte zunehmend online zu versenden. Der BVDW schlägt daher vor, diese Umstellungen auf neue Multi-Channel-Konzepte zu belohnen. Lokale Händler sollten bei der Digitalisierung besser unterstützt werden.

Zwar stehe außer Frage, dass die Innenstädte unter Corona leiden. «Dieser Weg war aber schon lange vor Corona eingeschlagen, durch die Nachfrage der Verbraucher selbst», sagt Himmelreich. «Der aktuelle Vorschlag rührt wohl eher aus dem Bewahrenwollen einer vergangenen Zeit, denn der Sicherung der Zukunft des Detailhandels. In Zukunft wird es gar keinen Unterschied mehr zwischen den verschiedenen Kanälen geben, da auch jeder stationäre Händler einen Online-Kanal haben wird.» Diesen Wandel zum Omni-Channel, so Himmelreich, sollte die Politik unterstützen und nicht bestrafen.

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