Statt per Anhalter durch die Galaxis zu kurven hat DHL einen Vertrag mit einem Spezialunternehmen geschlossen, das dieser Tage unter anderem eine Satellitenplattform von Mailand nach Cape Canaveral bringt.

«Mit dem Aufkommen von Satellitenkonstellationen und bewohnbaren Stationen wird die Weltraumlogistik zur aufstrebenden Nische der Branche. Die Grundzüge der Logistik sind auf der Erde und im All zwar die gleichen, doch wesentlich strengere Auflagen und extreme Umgebungsbedingungen machen die sichere Beförderung, Lagerung und Lieferung von Materialien und Produkten jenseits der Erdatmosphäre zur Herausforderung», so Mario Zini, CEO von DHL Global Forwarding Italien.

Konkret ist es ein ION Satellite Carrier, der vom Weltraumbahnhof in Florida seine Reise ins All antreten soll. Die von D-Orbit entwickelte und konstruierte Trägerplattform soll im Januar 2021 gestartet werden.

Beim ION Carrier handelt es sich um eine Trägerplattform für Kleinsatelliten, die diese in die Erdumlaufbahn bringen und an präzisen Orbitalpositionen platzieren kann. Das beschleunigt die Aussetzung und ermöglicht eine schnellere Inbetriebnahme und effizientere Nutzung über die gesamte Lebensdauer der Satelliten hinweg. Der Satellite Carrier mit einem Gesamtgewicht von rund 200 Kilogramm wurde auf eine spezielle Metallplattform verladen und am 13. Dezember vom Flughafen Mailand-Malpensa mit Zwischenstopp in Luxemburg nach Miami befördert. Nach elfstündigem Flug lieferte DHL den ION Satellite Carrier auf der letzten Meile per LKW am Cape Canaveral ab. Zusammen mit der Trägerplattform wurde auch umfangreiche, wichtige Testausrüstung transportiert, mit der die Satelliten vor dem Start auf Sicherheit und Unversehrtheit geprüft werden.

Fotos: DHL

Gibt es angesichts zunehmender Starts und Emissionen nachhaltigere Wege für den Transport von Gegenständen ins All? Wie können Produkte verpackt werden, um den massiven Kräften eines Raketenstarts zu widerstehen und um auch bei hoher Strahlenbelastung und Extremtemperaturen keinen Schaden zu nehmen? Trotz sich verändernder Standorte, Entfernungen und Gravitationskräfte muss die Logistikindustrie stets die gleiche Aufgabe erfüllen: Waren sicher, pünktlich und mit grösstmöglicher Effizienz von A nach B bringen.

Die Satellitenlogistik ist die neueste Facette der Logistikindustrie, wobei in den kommenden Jahren Zehntausende von LEO- und MEO-Satelliten (Satelliten auf niedrigerer bzw. mittlerer Erdumlaufbahn) gestartet werden dürften. Umfassende Konstellationen von Hunderten bis Tausenden von verbundenen Orbitern sind geplant, um verschiedene Dienste wie weltweiten Internetzugang oder Datenerfassung bereitzustellen. Gleichzeitig bemühen sich viele Betreiber, Projekte durch die Senkung von Start-, Betriebs- und Stilllegungskosten rentabel zu machen. Das italienische Unternehmen D-Orbit geht davon aus, dass es die Kosten der Platzierung von Satellitenkonstellationen für Satellitenbetreiber um 40 Prozent senken und ihre Lebensdauer um bis zu fünf Jahre verlängern kann.

 

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