Früher hatte der klassische «Logistikdienstleister» auch noch die Zahnbürste dabei. Immer mal wieder - wenngleich auch nicht unbedingt «vorsätzlich» - wartet der Kunstpreis der Warenhauskette Manor mit Assoziationen zur Transportszene auf. Mit dem Preis werden seit 38 Jahren junge Schweizer Künstlerinnen und Künstler im Bereich der visuellen Kunst gefördert. Diesmal ging die Auszeichnung an Denise Bertschi (Aarau), Anne Rochat (Lausanne), Marta Margnetti (Lugano), Miriam Sturzenegger (Biel), Micha Zweifel (Luzern) und Gaia Vincensini (Genf).

Bis Mitte August zeigt beispielsweise das Aargauer Kunsthaus das Schaffen von Denise Bertschi. Sie untersucht die Wirtschaftsbeziehungen von Schweizer Handelsleuten in Brasilien im 19. Jahrhundert. Der auf ihren Reisen in der brasilianischen Provinz Bahia gesammelten Perspektive auf dem Gebiet einer ehemaligen Kaffeeplantage, setzt sie ihre jüngsten Recherchen zu den Aargauer AkteurIinnen gegenüber. Die führten sie in diverse Depots und zu ausgewählten Gebäuden in der Stadt Aarau, ins Staatsarchiv oder auch ins Naturama Aargau. Zweifellos zu den «tragenden Figuren» gehören Micha Zweifels Skulpturen aus seiner LIFT-Serie. Mit einem Augenzwinkern kommentiert Zweifel auch gern die Architektur des Kultur- und Kongresszentrums, in dem seine Parodien ab 5. Dezember zu sehen sein werden. Mit Traglast, ohne Traglast und als Treppenlifter im klassischen Sinne.

Nach dem Verlust des Transportguts im Treppenhaus hilft auch die Auffangposition nur noch bedingt.

(Bilder: Zweifel)