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Die grossen Logistikdienstleister und Supply-Chain-Anbieter bereiten sich auf die Beförderung von geschätzt 15 Milliarden an Medikamenten und Vakzinen vor. Im Vorteil könnten diejenigen Impfstoffe sein, die nicht bei -70 Grad Celsius transportiert werden müssen, sondern auch höhere Temperaturen vertragen.

Luftfrachtanbieter wie Air France KLM Martinair Cargo richten seit einem halben Jahr ihr Augenmerk auf die Aufrechterhaltung und dahingehende Optimierung ihrer globalen Netzwerke und Lieferketten. Zu Beginn vergangener Woche gab der amerikanische Pharmariese Pfizer zusammen mit dem deutschen Partner BioNTech einen grossen Erfolg bei der Phase 3 der Testreihe seines Impfstoffes gegen Covid-19 bekannt. Dies ist aber nur einer von mehreren, die gegenwärtig auf der Liste der Anwärter stehen.
Hinsichtlich des Volumens wird die Verteilung der Impfstoffe eine beispiellose logistische Herausforderung sein. Viele dieser Impfstoffe müssen bei sehr niedrigen Temperaturen verteilt werden. Der Pfizer-Impfstoff
von BioNTech beispielsweise muss tiefgefroren bei Temperaturen bis -80 Grad Celsius aufbewahrt werden. Andere werden bei einer konstanten Temperatur zwischen +2 und +8 Grad Celsius verteilt werden müssen. GertJan Roelands, Senior Vice President Sales & Distribution bei Air France KLM Martinair Cargo: «Wir verfügen über jahrelange Erfahrung im temperaturkontrollierten Transport von Arzneimitteln und wurden als erste von der IATA nach CEIV zertifiziert. (…) Um voll und ganz vorbereitet zu sein, haben wir vor vier Monaten eine Covid-19-Impfstoff-Taskforce ins Leben gerufen. Unsere Teams haben an einem umfassenden Aktionsplan gearbeitet“. So wurde in Schiphol vor einigen Monaten ein 1118 Kubikmeter grosses klimatisiertes Lager im Pharma Hub eröffnet, und ein zusätzlicher Kühlraum von 2061 Kubikmetern bereitgestellt. In Paris-Charles de Gaulle steht ein neuer, klimatisierter Lagerbereich kurz vor der Fertigstellung. 

Ausserdem wurden zusätzlich zu der bestehenden Palette an aktiven, IT- und sensorbestückten Containern hybride und weiterentwickelte passive Lösungen, Überwachungs- und Interventionsmanagementsysteme eingeführt, die für den Transport der Impfstoffe verwendet werden.

Adriaan den Heijer, Executive Vice President bei der Air France KLM Cargo: «
Wir glauben, dass die Zusammenarbeit und der Aufbau von Communities für die bevorstehende weltweite Verteilung von Impfstoffen unerlässlich sind. Wir haben Partnerschaften mit vielen Beteiligten in der Logistikkette aufgebaut, darunter Spediteure, Transportunternehmen, Containerlieferanten, Flughäfen, Fracht-/Logistikpartner, Pharmaunternehmen sowie Institute und Behörden im Gesundheitswesen. Wir glauben, dass eine starke Zusammenarbeit zwischen den Partnern für die erfolgreiche Durchführung dieser logistischen Herausforderung unerlässlich sein wird.»

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