Die «K»-Frage (nach einem etwaigen Kanzlerkandidaten) stand mit dem Bundesvorsitzenden der Grünen Robert Habeck zum Finale des Logistikkongresses in Berlin im Raum. Und natürlich die Frage, wie Industrietransporte, Lieferketten und Grundversorgung denn aus Sicht der Grünen emissionslos zu gestalten sein sollten.

Elektro-Lkws mit Stromabnehmer auf dem Dach, Hyperloops a la «Cargo sous Terrain», oder die Brennstoffzelle? Deutschlands Grünen-Chef Robert Habeck hatte zum Finale des Logistikkongresses in Berlin die Qual der Wahl, wie die Transportwelt in Zukunft aussehen müsste. Er landete dort, wo die Schweiz schon seit Jahrzehnten Akzente setzt. Nachdem elektrische Oberleitungen für Lkw, sündhaft teuer, noch längere Zeit im Versuchsstadium verharren werden, und unterirdische Röhren für den automatisierten Güterverkehr ebenso enorme Investitionen in die Infrastruktur erfordern, müsse die Bahn intensiver genutzt werden.

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«Uns läuft die Zeit davon», so der Grüne über die Erreichung der Klimaziele. Die Diesel-Subventionierung müsse fallen, eine Infrastruktur an Wasserstofftankstellen aufgebaut werden. «Man muss nicht superschlau sein, um zu wissen, dass es anders nicht geht». Visionäre Projekte wie der Hyperloop seien frühestens in 15 bis zwanzig Jahren reif. «Wir müssen aber jetzt das Steuer herumreissen».Dass dies nicht ohne dirigistische Massnahmen vonstatten gehen wird, löst in der Transportbranche regelmässig Unbehagen aus.

Unvermeidlich auch die Frage, ob den Grünen angesichts ihrer Bestrebungen um lokale Lösungen, beispielsweise in einer stärker an regionalen Produkten orientierten Lebensmittelversorgung, wie auch angesichts der Corona-Pandemie, eher an einer Auflösung globaler Strukturen der Arbeitsteilung gelegen sei. «Wir wollen am internationalen Handel festhalten», kam die Replik.

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Habeck: «Wir sollten die internationale Zusammenarbeit jetzt nicht noch stärker schleifen, als es die USA und China mit ihrem Handelskrieg und der Aufkündigung internationaler Verträge wie bei der WHO ohnehin schon tun».

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