Die Case-Picking-Lösung von Swisslog für die voll automatisierte Kommissionierung von Mischpaletten ist das Herz des neuen dm-Verteilzentrums in Wustermark, das jetzt anlässlich des BVL-Kongresses mit dem Deutschen Logistikpreis ausgezeichnet wurde.

Mit im Rennen waren als Nominierte die intermodale Logistik des Teigwarenherstellers Barilla, die mit ihren 560 Kilometern auf der Strecke zwischen Padua und Ulm neu aufgestellt wurde – mit sensationellen Ergebnissen, wie es heisst. Und der Automatisierungsspezialist TGW, der für den Schuh-Hersteller Engelbert Strauss eine gläserne Schuhfabrik mit «Losgrösse 1» realisierte. In der Produktion kommen seither zahlreiche «Automated Guided Vehicles», Warehouse-Shuttle-Systeme – und bei der Stromversorgung 1650 Solarmodule auf dem Dach der Anlage zum Einsatz.

Beim Preisträger dm fiel in einem strategischen Netzwerkanalyse- und Planungsprozess zunächst die Entscheidung für einen weiteren – und damit zwölften – Verteilstandort, um das anhaltende Mengenwachstum zu bewältigen. Hintergrund: Im Jahr 2019 sorgten etwa 3.700 Menschen in der dm-Logistik und bei einem Dienstleister für insgesamt 270.000 Filialanlieferungen mit insgesamt 3,5 Millionen Paletten, auf denen 540 Millionen Kommissioniereinheiten gepackt waren.

Das Projekt umfasste weit mehr als den Bau eines neuen Logistikgebäudes. Gleichzeitig entwickelten die Logistiker auch eine innovative logistische Infrastruktur. In deren Zentrum stehen digitale Filial-Zwillinge für jeden einzelnen Markt. Dazu wurden alle mehr als 2.000 dm-Märkte mit ihrer jeweiligen Regalarchitektur und den individuellen Artikelplatzierungen digitalisiert. Der digitale Zwilling bildet die Grundlage dafür, die Artikel auf den Wareneingangspaletten aus Wustermark intelligent zu kombinieren – und so die Filiallogistik beim Einräumen der Produkte wesentlich zu erleichtern.

Dazu hat der stark automatisierte intralogistische Bereitstellungsprozess in Wustermark die Aufgabe, die auf sortenreinen Originalpaletten eintreffenden Artikel für die sieben Kommissionierroboter so aufzureihen und diesen anzudienen, wie sie für den physischen Bau der Filial-Mischpaletten benötigt werden. Gleichzeitig wurden die Mitarbeiter in den dm-Märkten mit 30.000 Smartphones ausgestattet, die ihnen jetzt helfen, die Laufwege zum Befüllen der Regale zu optimieren.

Im Ergebnis sorgt die nun hochautomatisierte vorgelagerte Logistik für Einsparungen bei den Logistikaufwendungen von mehreren Millionen Euro jährlich. Sie resultieren unter anderem aus einem um mehrere 10.000 Stunden reduzierten Zeitaufwand für die Mitarbeiter in den dm-Märkten und einem um fast zwei Millionen Kilometer verringerten Lkw-Transportaufkommen.

Die neuartige Automated-Case-Picking-Lösung von Swisslog für die voll automatisierte Kommissionierung von Mischpaletten ist das Herz des neuen Verteilzentrums. Das integrierte Bereitstellungskonzept, das dieser Warenlogistiklösung zugrunde liegt, schafft die notwendigen Voraussetzungen für eine filialindividuelle Kommissionierung bei dm.

Ausschlaggebend für die 17-köpfige Fachjury unter Vorsitz von Matthias Wissmann war die Konsequenz, mit der das Projekt «Integrativ. Intelligent. Automatisiert.» auf- und umgesetzt wurde. Stichwort: «17 Prozent weniger schleppen und packen».

Video zum Distributionszentrum in Wustermark

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