Fünf Tausendstel Liter Benzin genügen, um ein 200-Liter-Fass mit einer explosionsfähigen Atmosphäre zu füllen. Wer brennbare Stoffe lagert oder umschlägt, sollte daher über ein paar Mindestkenntnisse verfügen.

«Der beste vorbeugende Explosionsschutz ist sicher der Verzicht auf brennbare Stoffe», sagt Ralf Mengwasser, Leiter des Swiss Safety Center. Auch wenn dies in vielen Fällen zunächst als unrealistisch angesehen werde, so sollte doch regelmässig überprüft werden, ob die im Einsatz befindlichen Stoffe nicht durch ungefährlichere Produkte ersetzt werden könnten. Mengwasser: «Die Vermeidung von Zündquellen als alleinige Schutzmassnahme ohne Überwachung reicht mit Sicherheit nicht aus».

Das gilt auch für brennbare Stäube mit einer Teilchengrösse unter 0,5 Millimeter, deren Kenngrössen entweder aus aktuellen Sicherheitsdatenblättern entnommen oder in einem dafür eingerichteten Labor ermittelt werden können. Liegt eine explosionsfähige Atmosphäre vor und trifft sie auf eine wirksame Zündquelle, so kann es zu einer Verpuffung oder gar einer Explosion kommen.

Konstruktiver Explosionsschutz in Form explosionsfester Bauweise, Explosionsdruckentlastung, Explosionsunterdrückung und explosionstechnische Entkoppelung sind hier hilfreich. Betriebsdokumente müssen griffbereit aufbewahrt werden. Zudem muss stets sichergestellt sein, dass an Arbeitsmitteln nicht eigenständig Änderungen oder Reparaturen vorgenommen werden.

Eine explosionsfähige Atmosphäre kann verhindert oder eingeschränkt werden, indem zum Beispiel geschlossene Systeme oder Inertisierungen zum Einsatz kommen. Auch geeignete Lüftungsmassnahmen dienen der Herabsetzung der Explosionsgefahr.

Kann eine explosionsfähige Atmosphäre nicht verhindert werden, sind Massnahmen zur Verhinderung der Entzündung zu treffen. Wo wirksame Zündquellen verhindert werden müssen, ist eine Einteilung in Zonen ein gutes Hilfsmittel. Bereiche, in denen brennbare Gase, Dämpfe und/ oder Nebel auftreten können, werden in die Zonen 0 (explosionsfähige Atmosphäre ständig/häufig), Zone 1 (gelegentlich) oder Zone 2 (normalerweise nicht oder nur kurzzeitig) eingeteilt. Bereiche, in denen brennbare Stäube in Form einer Wolke oder aufwirbelungsfähig vorhanden sind, werden in die Zonen 20, 21 oder 22 analog der Zonen 0, 1 oder 2 eingeteilt. Für grössere Lager und Betriebe, in denen offen mit brennbaren Gasen oder Flüssigkeiten sowie fein verteilten Stäuben umgegangen wird, ist die Hinzuziehung einer fachkompetenten Stelle, wie den Experten des Swiss Safety Centers, ratsam.

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