Abgefüllt wird 300 km von den Eiszungen entfernt bei Kampala. Und tatsächlich: Hier gibt es – ähnlich wie am Kilimandscharo – in grösserer Höhe noch Minusgrade sowie 3000 mm an Niederschlägen pro Jahr. Eine Rwenzori Bottling Company nutzt das Nass – und plant das vollständige Recycling der Plastikflaschen.

Im Nordwesten Ugandas liegt der Margherita Peak - mit 5109 Meter der dritthöchste Berg Afrikas. Trotz der Lage unmittelbar am Äquator sind die umliegenden Gipfel vergletschert – noch. Die Region, ein besonders üppiger und artenreicher Lebensraum, wurde 1994 von der Unesco als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Die nebligen Regenwälder, aus denen die teils bizarren Felsen weit herausragen, sorgen für eine mystische Aura. Jährlich fallen hier bis zu drei Meter (3000 mm !) Regen pro Quadratmeter. Naheliegend, dass sich auch eine der grössten Mineralwassermarken «Rwenzori» nennt und den Gebirgszug im Logo führt. Als die Rwenzori Bottling Company 1993 an den Start ging, hatte sie mit der Herausforderung zu kämpfen, dass in Flaschen abgefülltes Wasser noch ein relativ neues und weitgehend unbekanntes Produkt war. Das Bewusstsein, dass es gegenüber Leitungswasser sicherer und die Qualität vor allem in hygienischer Hinsicht oft besser ist, ist seither deutlich gewachsen. Vor allem Verbraucher der Mittel- und Oberschicht schätzen das stille Wasser, das mit gutem Geschmack, ausgewogener Mineralisierung und durch bakteriologische Reinheit überzeugt. Dafür sind sie auch bereit, den im Vergleich zum Wettbewerb rund 30 Prozent höheren Preis zu bezahlen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Verpackung des Premiumprodukts in PET-Flaschen. Selbst die Verschlusskappen werden in Eigenregie hergestellt. 2014 wurde die Rwenzori Bottling Company von der in Süd- und Ostafrika tätigen Coca-Cola Beverages Africa (CCBA) akquiriert. Statt Cola zu produzieren, galt dort die neue Strategie dem Ziel, renommierte Mineralwassermarken vor Ort in die eigene Gruppe zu integrieren, um sie weiterzuentwickeln. Im Stammwerk mit drei kleineren Abfüllanlagen ist räumlich keine Kapazität für eine neue Produktionslinie vorhanden. Stattdessen erfolgt die Expansion auf dem nur ein paar hundert Meter entfernt liegenden Gelände der CCBA-Tochter Century Bottling Company. Insgesamt zehn Millionen US-Dollar investiert die Gruppe. Jetzt ging der Zuschlag für eine neue PET-Linie an KHS. Für einen «InnoPET Blofill Streckblas-Füllerblock» mit einer Leistung von bis zu 25000 Halbliter-Flaschen pro Stunde sowie eine Neo-Etikettiermaschine. Denise Schneider-Walimohamed, Managing Director von KHS in Ostafrika: «Vergangenes Jahr haben wir bei Voltic in Ghana eine fast identische Linie montiert.» Auch mit anderen Projekten konnte KHS punkten.

Die Produktion läuft seit Anfang des Jahres völlig reibungslos. Neben der Effizienz wird das Thema Nachhaltigkeit für Getränkehersteller in Afrika zunehmend wichtig. CCBA will helfen, bis 2030 alle PET-Flaschen zu sammeln und wiederzuverwerten. Eine eigens gegründete und zur CCBA gehörende Recycling-Initiative kauft Verbrauchern gesammelte PET-Flaschen, um sie wieder in den Wertstoffkreislauf zu bringen.

 

www.khs.com

24.7.2020