Mit einer Silicon Economy, einer logistisch geprägten Kooperationsplattform, will das Fraunhofer IML einen europäischen Gegenentwurf zu monopolistischen Plattformen wie Amazon, Uber oder Alibaba schaffen. Die Grundlagen sollen als «open souce» allen zur Verfügung stehen. Interessierte können sich bis Donnerstag nach kurzer online-Anmeldung live zuschalten.

 Mit dem größten Forschungsprojekt seit zehn Jahren, das zum Auftakt des Zukunftskongresses in Dortmund und mit 25 Mio. Euro als Förderung vom deutschen Verkehrsminister Andreas Scheuer persönlich begrüsst wurde, will das Fraunhofer IML als Gegenentwurf zum Silicon Valley einer dezentralen und offenen Plattformökonomie in Deutschland und Europa zum Durchbruch verhelfen.

«Nur so», sagt IML-Direktor Michael ten Hompel, «lassen sich die immer komplexer werdenden Lieferketten beherrschen». Darum werde das Fraunhofer IML mit seinen Projektpartnern alle Ergebnisse des Projekts als Open-Source-Software über eine Entwicklungs- und Betriebsplattform zur freien Nutzung zur Verfügung stellen.

 »In der Vergangenheit haben wir Maschinen automatisiert, in der Silicon Economy automatisieren wir Prozesse. Die vollständige Digitalisierung von Prozess- und Lieferketten mithilfe von Künstlicher Intelligenz wird in der Logistik ein neues Zeitalter einläuten. Es fühlt sich so an wie vor 30 Jahren, als das Internet selbst entwickelt wurde. Geschäftsmodelle in der Logistik werden sich grundlegend verändern, neue Player und Berufsbilder werden entstehen. Die Erfolgsgeschichte der künftigen Silicon-Economy-Giganten beginnt jetzt. Im Fraunhofer IML und am Standort Dortmund haben wir das Know-how und die Technologien versammelt, um wesentliche Teile dieser neuen Welt Wirklichkeit werden zu lassen«,betont Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML.

Mit einem »LoadRunner« hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML indessen eine neue Generation Fahrerloser Transportfahrzeuge (FTF) mit enormer Sortierleistung entwickelt. Dank hochverteilter Künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G ist das High-Speed-Fahrzeug ein weltweiter Meilenstein in der Schwarmrobotik – und soll doch nur ein Beispiel für eine unendliche Vielzahl von Möglichkeiten sein. 

Die Entwicklung des LoadRunners, der beim Digital-Gipfel 2019 seine Weltpremiere feierte, hatte das Fraunhofer IML bereits im Rahmen eines vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderten Vorprojekts zum am 15. September 2020 offiziell gestarteten Großprojekts »Silicon Economy Logistics Ecosystem« realisiert. Seither arbeiten die beteiligten Wissenschaftler an der Weiterentwicklung und unter anderem an der Skalierung des Systems.

Nun liefert eine durchgeführte Untersuchung zum Einsatz des LoadRunners für die Paketsortierung die ersten vielversprechenden Ergebnisse: Mit etwa 60 Fahrzeugen lassen sich 13 000 Sendungen pro Stunde abarbeiten. Damit erreichen 60 LoadRunner bereits Leistungsbereiche von klassischen Sortiersystemen. Im Gegensatz zu diesen benötigt der LoadRunner jedoch wesentlich weniger fest installierte Infrastruktur und bietet eine deutlich schnellere Inbetriebnahme und höhere Skalierbarkeit. Um die Leistung von 60 LoadRunnern herauszufinden, nutzten die Forscher eine digitale Modellierung auf einer Echtzeit-Entwicklungsplattform für 3D-Simulationen, die eine dynamische Darstellung des Systemverhaltens in Echtzeit ermöglicht.

Wer sich noch hinzuschalten möchte: www.zukunftskongress-logistik.de/

 

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