Migros-Team mit W.Stoelzle

«So wie jetzt, haben wir das noch nie gemacht», sagt Radio- und tv-Moderatorin Mona Vetsch. Wieder lieferte eine Animation futuristischer Zukunftsszenarien ein furioses Intro zum Swiss Logistics Award, der diesmal «live» per Webstream stattfand. Knapp vorn lag als Sieger schliesslich die Migros Ostschweiz

Jury-Präsidentin Renate Gröger musste einräumen, dass es durchaus diskutiert worden war, den Schweizerischen Logistikpreis in diesem Jahr eventuell abzusagen. Gröger: «Es ist wirklich ein besonderes Jahr. Aber wir haben uns durchgerungen». Gröger selbst ist erstmals im Vorsitz, den sie von Hans-Rudolf Hauri übernahm.

Jurypräsidentin Renate Gröger-Frehner

Der sogenannte Public Award, der schon mal an den Strassendienst Astra oder «Ärzte ohne Grenzen» (MSF) ging, wurde diesmal der gesamten Schweizer Logistikbranche zugedacht. Denn die habe während Corona-Zeiten für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Transporte, die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und medizinische Leistungen gesorgt. Gröger: «Es war ein einstimmiges Votum. Das hat einfach Applaus verdient». Gröger selbst ist im Universitätsspital Zürich die betriebswirtschaftliche Leiterin, und hatte dort Einblicke aus erster Hand, als es beispielsweise um die Bereitstellung von Intensivkapazitäten, Medikamente und Material ging.

So wurden schwierige Zeiten registriert – aber es gab doch spannende Eingaben im Wettbewerb um den Swiss Logistics Award 2020. «Trotz vieler Sonderschichten und Homeoffice an vielen Orten haben die Projektbetreiber und Verantwortlichen durchgehalten», so Renate Gröger. «Insgesamt konnte der Abstimmungsprozesss gut durchgeführt worden». Wie immer sei es natürlich eine Art «Qual der Wahl» gewesen.

In einer Direktschaltung zu Japan Tobacco International (JTI) nach Dagmersellen berichtet Projektleiter Markus Brunner über den dortigen Verlauf. «Die Tests, ob der Stapel statt mit Wickelfolie auch per Heissleim und Faden hält, waren schon spannend», sagt er. 200 Tonnen Kunststoff-Folie betrage das Einsparpotenzial. Weitere Standorte könnten von diesem Konzept profitieren, so Andrea Hausmann, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei JTI.

Marcel Ducceschi, Leiter CU Shared Information Services, erläutert den Digitalen Marktplatz der Migros Ostschweiz, in der Live-Schaltung vom Personalversammlungs-Raum aus. Stellt den Standardbehälter vor, von dem es zehn Millionen Stück gibt, und bei dem jeder einzelne seine eigene Adresse hat.

Bei der notime AG werden Unmengen an Verpackung eingespart, da nicht «umgepackt» sondern jeweils die Originalverpackung genutzt wird. Berko Sierau feiert die «letzte Meile». Dort könne man «extrem viel tun». Verpackung reduzieren, indem die Originalverpackung beibehalten wird, aber auch die «last mile» mit dem Velotransport emissionsfrei gestalten. Mona Vetsch begeistert: «Das hat viel Potenzial für die Zukunft!».

Natürlich gibt es wieder einen TED, der grafisch das Rennen um den ersten Platz anzeigt. Migros und JTI rangieren Kopf an Kopf – die Migros Ostschweiz liegt dann doch knapp vorn. Jurymitglied Professor Wolfgang Stoelzle überreicht den Preis. «Wir haben nicht nur die digitale Umsetzung gewürdigt, sondern auch die Standardbehälter und Einbeziehung der Geschäftspartner», meint er. «Eine Supply Chain mit Bilderbuch-Charakter».

 

Alle drei Projekte, so Mona Vetsch, seien für sich herausragend. Jeweils vor Ort wurden die Preise persönlich von Jurymitgliedern überreicht. Vetsch: «Nächstes Jahr sehen wir uns hoffentlich alle bei einer physischen Preisverleihung wieder».

Auf Facebook und online von GS1 wie auch von Logisticsinnovation.org wurde die Preisverleihung «live» übertragen. Thomas Wimmer, Vorstandsvorsitzender der deutschen Bundesvereinigung Logistik, gratulierte zur smart-sympathischen Organisation per Chat.

Die Aufzeichnung des Live-Stream findet sich hier

 

www.swisslogisticsaward.ch